Info für Landwirte Ausgabe März Sondernewsletter 2026
Westfleisch-Tage 2026
Vier Abende, vier Regionen, viele Gespräche: Bei den Westfleisch-Tagen 2026 informierte der Westfleisch-Vorstand über das Geschäftsjahr 2025 und die Perspektiven für 2026.
Im Mittelpunkt standen wirtschaftliche Stabilität, strukturelle Marktveränderungen und die Frage, wie wir unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen gemeinsam wettbewerbsfähig bleiben.
Rund 600 Landwirtinnen und Landwirte nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch, ein wichtiger Beleg für das große Interesse an ‚ihrer‘ Westfleisch und an der Entwicklung des Konzerns. „Wir sind weiter gewachsen, auch wenn die politischen Rahmenbedingungen schwierig sind”, sagte Dr. Wilhelm Uffelmann, Westfleisch-Vorstandsvorsitzender. Und mit Blick auf die weltweiten Krisen und die Stellung der Land- und Ernährungswirtschaft als kritische Infrastruktur sagte er: „Wir tun gut daran, unsere Landwirte zu stärken und ihnen Sicherheit zu geben, damit wir auch künftig was zu essen haben.”
Wirtschaftlich starke Perspektive für morgen
Mit einem klaren Blick auf Zahlen und Rahmenbedingungen eröffnete Vorstandsvorsitzender Dr. Wilhelm Uffelmann die Westfleisch-Tage. 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von 3,55 Mrd. Euro. Die Schweineschlachtungen konnten auf gutem Niveau leicht ausgebaut werden (+1,8 Prozent), Wurst und SB wuchsen erfreulich. In der Sparte Rind dagegen lag der Rückgang leicht über dem Bundestrend. Die Eigenkapitalquote liegt bei stabilen 39,2 Prozent.
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft wie auch bei den Fleischerzeugern ist weiter in voller Fahrt, Markt und Umfeld verändern sich deutlich: sinkende Tierzahlen in Deutschland, hohe Volatilität bei Rohstoffpreisen, zunehmende Regulierung und eine insgesamt schwache konjunkturelle Entwicklung lassen auf den ersten Blick wenig Raum für Zuversicht.
„Wir arbeiten in einem Umfeld, das anspruchsvoller ist als je zuvor. Umso wichtiger ist es, wirtschaftlich stabil und strategisch klar aufgestellt zu sein. Dann kommt man auch in schwierigen Zeiten weiter gemeinsam voran”, betonte Dr. Uffelmann. Beim Fleischkonsum sieht Westfleisch nach zehn Jahren Rückgangs die Talsohle erreicht. Die Nachfrage stabilisiert sich. Besonders jüngere Zielgruppen achten verstärkt auf Protein und schnelle Zubereitung. Fleisch- und Wurstalternativen bleiben insgesamt weiterhin in der Nische. (Fleisch-)Genuss ist Lebensqualität in unsicheren Zeiten, zu beobachten ist eine „Rückkehr der Echtheit“, die zuversichtlich stimmt.
Für 2026 formulierte Dr. Uffelmann einen klaren Vier-Punkte-Plan für die Genossenschaft:
- Effizienz steigern,
- Vertrieb in Europa ausbauen,
- Standorte weiter modernisieren und
- Chancen der Marktkonsolidierung nutzen.
Unsere Ergebnisfähigkeit ist die Basis für Investitionen, Wachstum und eine verlässliche Partnerschaft mit Ihnen als landwirtschaftliche Betriebe.
Die Westfleisch-Tage 2026 haben deutlich gemacht: Die Herausforderungen bleiben groß – doch ebenso groß ist die Bereitschaft, sie gemeinsam anzugehen. „Nur im engen Schulterschluss mit der Landwirtschaft werden wir auch künftig erfolgreich sein”, brachte es Dr. Uffelmann zum Abschluss auf den Punkt.
Mit einer soliden wirtschaftlichen Basis, klarer strategischer Ausrichtung und gezielten Investitionen ist Westfleisch gut in das Jahr 2026 gestartet. Dazu gehört auch, in Menschen zu investieren und sie zu qualifizieren. Westfleisch bietet dafür Ausbildungen, duale Studiengänge, Traineeprogramme und vielfältige Direkteinstiege – sowohl in der Produktion als auch in Verwaltung, Technik, IT, Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit.
Für CEO Uffelmann ist klar: „Zukunftsfähigkeit entsteht nicht nur durch moderne Standorte und starke Marktpositionen, sondern vor allem durch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.”
Verbessertes Ergebnis, solide Bilanz
Carsten Schruck, Finanzvorstand der Westfleisch SCE, stellte die vorläufigen Zahlen für 2025 vor, das wirtschaftliche Ergebnis des vergangenen Jahres kann sich sehen lassen. Umsatz, EBIT und Jahresüberschuss wurden gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Bis auf die Sparte Rind konnten alle operativen Konzernbereiche wachsen.
Das Eigenkapital wuchs um sechs Prozent auf 295,4 Mio. EUR und liegt somit weiterhin auf sehr stabilem Niveau, die wirtschaftliche Eigenkapital-Quote beträgt 39,2 Prozent.
2025 war operativ ein gutes Jahr. Wir haben Ergebnisverbesserungen in allen Kernsparten erreicht und gleichzeitig unsere Bilanz weiter gestärkt.
Vorbehaltlich der Zustimmung von General- und Hauptversammlung im Juni ist eine Dividende von 4,2 Prozent für die Genossenschaftsanteile der SCE ebenso wie für Aktien der Finanz AG geplant. Zusätzlich soll ein Sonderbonus von 20 Cent pro Vertragsschwein und 3 Euro pro Rind ausgezahlt werden. Die Ausschüttung summiert sich damit auf rund 1,7 Mio. Euro. Wie üblich werden 50 Prozent ausgezahlt, die andere Hälfte wird den Geschäftsanteilen gutgeschrieben.
Mit dem Effizienzprogramm „WEfficient” bleibt die konsequente Arbeit an der Kostenstruktur zentrale Priorität. „Kostensteigerungen können wir nur durch Effizienz und konsequentes Handeln kompensieren”, so Schruck. „Insgesamt können wir mit der Entwicklung zufrieden sein. Westfleisch hat sich in einem lauten Markt gut behaupten können.”
Westfleisch wächst beim Schwein über Plan
Michael Schulze Kalthoff, Vorstand für die Sparte Schwein bei Westfleisch, ordnete die Marktentwicklung ein: Die Schweineschlachtungen in Deutschland sind in den vergangenen zehn Jahren um rund 25 Prozent zurückgegangen. Seit 2023 zeigt sich eine Stabilisierung auf deutlich niedrigerem Niveau. Westfleisch hat sich besser entwickelt als der Markt – und besser als erwartet.
Westfleisch entwickelte sich 2025 besser als der Markt in Deutschland – und besser als erwartet: Mit rund 6,9 Mio. geschlachteten Schweinen lag das Unternehmen über Vorjahr und Plan. Besonders der Standort Oer-Erkenschwick trug zum Wachstum bei. Seit Oktober 2025 werden dort 10.000 Schweine pro Woche zusätzlich verarbeitet.
Wir haben gezielt in unsere Standorte investiert, um in engen Phasen handlungsfähig zu bleiben und einen Schweinestau zu verhindern.
Er fügte hinzu: „Das ist uns gelungen.” Er bedankte sich aber auch ausdrücklich bei den Landwirten, die angemeldete Stückzahlen und Qualitäten verlässlich eingehalten und so ihren Beitrag zu stabilen Schlachtzahlen beigetragen hätten.
Zur Sicherung der Marktposition wurden des Weiteren Kapazitäten erweitert, auch über die Feiertage hinweg geschlachtet und zeitweise auch größere Tiefkühlbestände aufgebaut. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach HF3-Schweinen weiter deutlich. Aktuell sucht Westfleisch über 5.000 zusätzliche HF3-Schweine pro Woche. „HF3 ist kein Nischenthema mehr, sondern wird zunehmend zum Standard. ITW und HF 3 sichern den Markt”, so Schulze Kalthoff. „Und Planungssicherheit, die wir von den Kunden erhalten, geben wir an unsere Landwirte weiter, denn wir sehen uns mit diesen Programmen stark auf dem nationalen Markt.”
Angespannt bleibt die ASP-Lage in Europa, zuletzt mit dem ASP-Ausbruch in Spanien, der auf die Preise und Vermarktungsmöglichkeiten in der EU durchschlägt. Daher gilt: „Biosicherheit ist und bleibt die zentrale Voraussetzung für unsere gemeinsame Zukunft.”
Um seine strategischen Ziele zu erreichen, engagiert sich Westfleisch – wo immer möglich – zudem aktiv auf politischer Ebene, etwa bei der Frage zum Fortgang der Tierhaltungskennzeichnung. „Wir wollen praktikable und marktfähige Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette sicherstellen”, erklärte Schulze Kalthoff.
Großvieh: Knappes Angebot und deutliche Preissteigerungen
Die Großviehschlachtungen in Deutschland sind in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Viertel von 3,6 auf rund 2,8 Millionen Tiere im Jahr kontinuierlich zurückgegangen. Mit erheblichen strukturellen Veränderungen und Auswirkungen auf die Zahl der Schlachthöfe, wie Christopher Rengstorf, Leiter der Sparte Rind bei Westfleisch, berichtete. Westfleisch hat sich in diesem Umfeld gut behauptet und seinen Marktanteil bei Großviehschlachtungen von rund 11 % halten können. Tierseuchen wie MKS und Blauzungenkrankheit haben die Marktlage in 2025 aber weiter verschärft und das Angebot deutlich verknappt.
Das knappe Schlachtviehangebot führte im vergangenen Jahr zu massiven Preissteigerungen bei Jungbullen.
Wir erleben strukturell weniger Tiere im Markt. Das bleibt die zentrale Herausforderung für die gesamte Wertschöpfungskette.
„Wir produzieren weniger, aber wir essen auch weniger Rindfleisch”, verdeutlichte Rengstorf. Auch wenn der Pro-Kopf-Verzehr von Rindfleisch in Deutschland zurückgeht, bauen der Handel und auch Westfleisch auf die höheren Haltungsformen. Schon jetzt ist das Unternehmen bundesweit der größte Rindfleischlieferant für HF3-Ware bundesweit. Die HF3-Schlachtungen konnten im Vergleich zum Vorjahr um 58 % deutlich gesteigert werden. Unterdessen wird jedes dritte HF3-Rind in Deutschland bei Westfleisch geschlachtet. Um die Lieferbereitschaft für passende Tiere weiter zu unterstützen, wurden die HF3-Aufschläge für Kühe im vergangenen Jahr von 25 auf 30 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht erhöht, für Jungbullen gibt es pro Kilogramm seit März 2026 jetzt 35 statt bisher 30 Cent zusätzlich.
„Trotz Preissteigerungen und einem rückläufigen Konsum von Rindfleischprodukten sehen wir eine weiter steigende Nachfrage nach höheren Haltungsformen beim Großvieh. Entscheidend ist, dass sich diese Programme wirtschaftlich für die Betriebe lohnen”, betonte Rengstorf.
HF3: Der Trend auch in der Verarbeitung
WestfalenLand gehört klar zu den führenden Herstellern von SB-Frischfleisch und frischen Convenience-Produkte in Deutschland. Johannes Steinhoff, verantwortlicher Vorstand für Weiterverarbeitung und Technik, berichtete über ein Absatzplus bei WestfalenLand von 14% im Vergleich zum Vorjahr. Wachstumstreiber waren zusätzliche Listungen bei Kunden, attraktive Programme im Bereich Schweinefleisch sowie eine gute Verfügbarkeit von HF3-Ware beim Rind. Auch Gustoland konnte im umkämpften Wurstmarkt um 7 Prozent wachsen. Gleichzeitig dämpfen die hohen Rohstoffkosten insbesondere beim Rind die Nachfrage aus dem Handel spürbar.
Die Umstellung auf höhere Haltungsformen ist im Markt angekommen – insbesondere beim Rindfleisch.
Im laufenden Jahr wird der HF3-Anteil beim Rindfleischabsatz bei mehr als 50% liegen. Auch Bio wächst weiter.
Günstig und durch den Handel befördert: Die Ganztiervermarktung wurde weiter optimiert, was zu hohen Verwertungsquoten aus dem Schlachtkörper führte. Auch veränderte Zuschnitte sorgten für Spielraum bei LEH-Aktionen und den Ausgleich saisonaler Effekte.
Gustoland setzte ebenfalls seinen Wachstumskurs fort, substanziell vor allem auch durch den Trend zu HF3 beim Schwein. Neue Produktionshallen als Komplettsanierung im Altbestand und eine leistungsfähige Photovoltaikanlage stärken Effizienz und Nachhaltigkeit. Der Strom wird insbesondere im Sommer erzeugt, wenn er durch Kühlung verbraucht wird. Pro Jahr lassen sich so etwa 1.800 Tonnen CO2 einsparen. „Hohe Kapazitätsauslastung und optimierte Prozesse sind entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben”, so Steinhoff.
Bei The Petfood Company wurden das Fundament konsequent gestärkt und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt: Zusätzliche Listungen im Fachhandel, stabile Lieferfähigkeit, deutlich gesteigerte Effizienz und ein weiter ausgebauter Frischeanteil sorgten für eine Absatzsteigerung von über 30 Prozent. „Wir können durch einen hohen Anteil an Frischfleisch punkten, der von Tieren und Tierbesitzern geschätzt wird”, sagte Steinhoff. Für ein weiteres Wachstum in 2026 ist man gut aufgestellt.
Neues aus dem Bereich Landwirtschaft
Deike Harms, Direktorin Landwirtschaft bei Westfleisch, gab einen kompakten Überblick über aktuelle Schwerpunkte für die Betriebe: Das Spektrum reichte von einer korrekten Tierkennzeichnung über neue Vorgaben zur Haltungskennzeichnung, ITW-Programme für höhere Haltungsformen, Klimadaten über die QS-Plattform, Biosicherheit angesichts der ASP sowie den Umzug des Nutzviehzentrums nach Nordwalde.
Auf korrekte Tierkennzeichnung achten
Eine eindeutige und korrekt angebrachte Kennzeichnung der Tiere liegt in der Verantwortung der Landwirte, sie ist und bleibt eine Grundvoraussetzung für die Vermarktungsfähigkeit. Fehlerhafte oder ungünstig positionierte Kennzeichnungen führen zu Verzögerungen im Prozess und können wirtschaftliche Schäden verursachen – bis hin zum Verwerfen eines Tieres. „Sorgfalt bei der Kennzeichnung schützt vor finanziellen Nachteilen und sichert die Lebensmitteltauglichkeit”, appellierte Harms an die Landwirte.
Neue ITW-Programme
„Mit der Umsetzung der EmpCo-Richtlinie (Abkürzung für EU-Vorgabe 2024/825, „Empowering Consumers”) bis Ende März 2026 wird die Haltungskennzeichnung im Lebensmitteleinzelhandel weiter vereinheitlicht”, berichtete Harms. Ziel sei mehr Transparenz und die Vermeidung irreführender Auslobungen. QS und ITW erfüllen bereits wesentliche Anforderungen, neue ITW-Programme für höhere Haltungsformen starten 2026. „Wer sich frühzeitig aufstellt, verschafft sich Marktvorteile”, erklärte Harms. Während Schweinemastbetriebe bereits teilnehmen können, wird der Kriterienkatalog für Rinder derzeit weiterentwickelt. Landwirte, die in bestehende Programme von Westfleisch wie „BauernLiebe” oder „Strohwohl” liefern, brauchen sich keine Sorge wegen der neuen Richtlinie zu machen. Da, wo Handlungsbedarf für Anpassungen der Auslobungen entsteht, kümmert sich Westfleisch darum. Alle Verträge bleiben ohne Änderung gültig.
Klimadaten werden Wettbewerbsfaktor
Zunehmend an Bedeutung gewinnt zudem künftig eine breite Datenbasis zum eigenen Betrieb – und damit Systeme wie die QS-Klimaplattform. Valide CO₂-Daten aus der Landwirtschaft werden von Westfleisch künftig stärker abverlangt und in Nachhaltigkeitsberichte, Marktanforderungen und Finanzierungsentscheidungen einfließen. „Klimadaten werden zum Wettbewerbsfaktor bei der Vermarktung und auch zur Voraussetzung für Finanzierungen“, so Harms. Betriebe, die ihre Daten erfassen, können teilweise bereits heute von verbesserten Konditionen profitieren.
Biosicherheit konsequent umsetzen
Angesichts der weiterhin angespannten ASP-Situation bleibt die konsequente Einhaltung aller Biosicherheitsvorgaben unerlässlich. Ein klarer Biosicherheitsplan, regelmäßige Überprüfungen und ein transparenter Status je Betriebsnummer seien entscheidend, um Vermarktungsrisiken zu minimieren. Der sogenannte „Compliant-Status”, der nach einer amtlichen Kontrolle zur Einhaltung genau definierter Maßnahmen erteilt wird, sorgt im Seuchenfall dafür, dass die Vermarktungsfähigkeit trotz der Lage des Betriebes in einer Restriktionszone erhalten bleibt. Wer sich mit dem Thema bislang noch nicht beschäftigt habe, sei gut beraten, das rasch zu tun. „Biosicherheit ist keine unnötige „Kür”, sondern betriebliche Pflichtaufgabe und ein wertvoller Schutz für den eigenen Bestand wie auch für den von Nachbarn und Berufskollegen”, stellte Harms klar.
Die Anforderungen entlang der Kette steigen weiter. Entscheidend ist, dass wir sie gemeinsam praxisnah umsetzen.
Personelle Kontinuität im Beirat für Kooperationsfragen
„Der regelmäßige Dialog ist nochmal engmaschiger geworden und hat den Informationsfluss spürbar verbessert”, betonte Beiratsvorsitzender Heinrich Willenborg-Plettenberg in Legden. „Entscheidungen können wir dadurch heute auf einer deutlich breiteren und fundierteren Grundlage treffen.”
Im Jahr 2025 war der Beirat in zahlreiche zentrale Themen eingebunden. Dazu gehörten unter anderem die Weiterentwicklung des ExtraNet 2.0, das Projekt „Ferkeltransparenz”, Entwicklungen rund um Tierseuchen, Vertragsanpassungen im Schweinebereich sowie aktuelle Branchenthemen wie die QS-Klimaplattform. Auch strukturelle Veränderungen, etwa im Zusammenhang mit dem Nutzviehzentrum, begleitet der Beirat beratend mit.
Im Rahmen der Westfleisch-Tage 2026 fanden zudem turnusgemäß Beiratswahlen in den jeweiligen Regionen statt. In Lübbecke wurden Jörg Hörsemann und Tim Kropp im Amt bestätigt. In der Region Paderborn wählten die stimmberechtigten Mitglieder erneut Udo Bremer als ihren Vertreter. Für Coesfeld wurden Heinrich Willenborg-Plettenberg und Ludger Börger wiedergewählt. Und in Hamm kann André Gerbermann sein Amt fortführen. Damit herrscht weiterhin stabile Kontinuität im Beirat.
InnovationPork: Wissenschaftliche Fakten als Grundlage
Nele Marie Wiehoff und Anna-Lena Möllmann aus dem Team Nachhaltigkeit von Westfleisch stellten das Projekt „InnovationPork” vor. Das Ziel des Verbundprojekts ist es soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeitskriterien international zu vergleichen und Reduktionmöglichkeiten durch Effizienzpotenziale in der Wertschöpfungskette aufzuzeigen.
Anlass dafür ist die öffentliche Klimadebatte: „Der jährliche CO₂e-Fußabdruck des gesamten Fleischkonsums pro Kopf in Deutschland liegt pro Person rechnerisch noch unter den Belastungen durch einen Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Palma”, rechnete Möllmann vor.
Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel hat sich zur Einhaltung ambitionierter Ziele auf der privatwirtschaftlichen Plattform SBTi (Science Based Targets initiative) verpflichtet. Beispielsweise will die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) die forst- und landwirtschaftlichen Emissionen (FLAG) bis 2034 um 42,4 Prozent und bis 2050 um ganze 72 Prozent senken – bezogen auf das Basisjahr 2019. Insbesondere die Landwirtschaft sei dabei im Fokus. Sie wird vom LEH als wesentlicher Hebel eingeschätzt – ohne dass es dafür eine allgemein anerkannte, vergleichbare Berechnungsmethode gibt.
Vor diesem Hintergrund hat „InnovationPork” die wissenschaftliche Erstellung einer vergleichbaren Datengrundlage entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Ziel. Erfasst und ausgewertet werden zentrale Emissionsquellen in der Schweinehaltung, um realistische Reduktionspotenziale abzuleiten.
Gemeinsam mit anerkannten Wissenschaftspartnern wie dem Thünen-Institut, der Universität Göttingen sowie internationalen Partnern in den USA und Zuchtorganisationen sollen valide, vergleichbare Kennzahlen entstehen. Diese dienen als fundierte Grundlage für Marktanforderungen, Kundenkommunikation und politische Diskussionen. Für mehr Transparenz in der Kette, aber auch mit Potenzial für betriebliche Verbesserungen und wirtschaftliche Effekte.
Westfleisch setzt mit diesem Gemeinschaftsprojekt bewusst auf Faktenorientierung und Wissenschaft, um die Klimadebatte realistisch führen zu können.
Messen & Veranstaltungen Westfleisch ist dabei!
-
26.03.2026 BeefTalk, online
-
27.03.2026 Zukunftstag Sauenhaltung, Deckzentrum Epe-Gronau
-
19.05.–20.05.2026 PLMA, Amsterdam
-
27.05.2026 RinderMast 3.0, Delbrück
-
08.06.2026 Generalversammlung, Münster
-
25. + 26.07.2026 Deutsche Grillmeisterschaft der German BBQ Association, Fulda
-
17.10.–21.10.2026 Sial, Paris
-
10.11.–13.11.2026 Eurotier, Hannover