Info für Landwirte Ausgabe Juni Sondernewsletter 2026
Generalversammlung 2026 Klare Zustimmung zum eingeschlagenen Kurs
Rund 250 Landwirtinnen und Landwirte folgten der Einladung zur Generalversammlung 2026 im Mövenpick Hotel Münster. Begrüßt wurden sie von (v.l.) CEO Dr. Wilhelm Uffelmann, Christian Streyl (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats), den die Mitglieder einstimmig in sein Amt bis 2030 wiederwählten, Jochen Westermann (Aufsichtsratsvorsitzender), CFO Carsten Schruck, COO Processing & Technology Johannes Steinhoff sowie COO Pork & Sales Michael Schulze Kalthoff.
Rindfleischmarkt bleibt anspruchsvoll Chancen für Westfleisch
In seinem Bericht zur aktuellen Marktentwicklung beleuchtete CEO Dr. Wilhelm Uffelmann insbesondere die Situation auf den Rindfleischmärkten. Die Rahmenbedingungen seien weiterhin von einer sehr schwierigen Marktlage geprägt. Dennoch sieht Westfleisch gute Chancen, das Geschäft in einem anspruchsvollen Umfeld weiterzuentwickeln.
Der Konsum von Rindfleisch in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren spürbar um rund 15 Prozent zurückgegangen. Nach Angaben von Uffelmann fällt der Rückgang der Nachfrage inzwischen sogar stärker aus als der Rückgang der Produktion. Gleichzeitig greifen Handel und Industrie zunehmend auf günstigere Alternativen zurück, während preisgünstige Importware aus dem Ausland den Wettbewerb verschärft.
Positiv bewertet der Vorstandsvorsitzende die verbesserte Rohstoffverfügbarkeit. Vor allem bei QS-Tieren habe sich die Versorgungslage entspannt. In Verbindung mit der aktuell schwächeren Nachfrage habe dies zu einer spürbaren Korrektur der Rohstoffpreise geführt. HF-3 sieht Uffelmann weiterhin als eines der großen Themen beim Rind. So ermunterte er alle Rinderhalter, sich mit dieser Veredelungsstufe zu beschäftigen und die Weichen Richtung Zukunft zu stellen. Ein eigens dafür eingerichtetes “Kompetenzteam” stehe seitens Westfleisch allen Interessierten mit Rat und Tat zur Seite.
Langfristig bleibt die Entwicklung der deutschen Rinderhaltung jedoch eine Herausforderung. Sinkende Tierbestände sowie zusätzliche Belastungen durch Tierseuchen wie die Blauzungenkrankheit und die Maul- und Klauenseuche verschärfen die strukturellen Veränderungen im Markt.
Wir rechnen für das Jahr 2026 trotz aller Widerstände mit einer weitgehend stabilen Rindfleischproduktion.
Ein weiteres Thema war das inzwischen verabschiedete EU-Mercosur-Abkommen. Uffelmann ordnete die möglichen Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft ein. Zwar werden die Importzölle für südamerikanisches Rindfleisch deutlich reduziert, die zollbegünstigten Importmengen bleiben jedoch begrenzt und entsprechen lediglich einem kleinen Anteil der europäischen Produktion. Gleichwohl warnte er davor, die Auswirkungen zu unterschätzen: „Mercosur sollte nicht kleingeredet werden.” Auch vergleichsweise geringe Importmengen könnten bereits spürbare Auswirkungen auf den Markt entfalten. Zudem sind Schutzmechanismen vorgesehen, falls es zu erheblichen Marktverwerfungen kommen sollte.
Neben den Entwicklungen in den Agrarmärkten ging Uffelmann auch auf die gesamtwirtschaftliche Lage ein. Deutschland verliere im europäischen Vergleich weiterhin an Wettbewerbsfähigkeit. Schwache Wachstumszahlen, eine rückläufige Industrieproduktion und eine niedrige Kapazitätsauslastung belasteten die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt.
Vor diesem Hintergrund bleibt Westfleisch auf konsequente Effizienzsteigerungen, Marktorientierung und eine enge Zusammenarbeit mit seinen landwirtschaftlichen Mitgliedern ausgerichtet. Gleichzeitig gelte es, die Attraktivität der Branche und ihrer Produkte stärker herauszustellen. Mit Blick auf die Beteiligung von Westfleisch an Formaten wie dem Wacken Open Air und der Deutschen Grillmeisterschaft betonte Uffelmann, dass moderne Fleischvermarktung emotionale Anknüpfungspunkte schaffen müsse: „Westfleisch muss sexy sein.” Ziel ist es, auch in einem herausfordernden Marktumfeld nachhaltig Wertschöpfung für die Erzeuger zu sichern.
Zudem sieht Uffelmann trotz aller Herausforderungen ebenso ermutigende Entwicklungen auf der Nachfrageseite. Der Fleischkonsum in Deutschland steige insgesamt wieder an und werde nach seiner Einschätzung auch künftig weiter wachsen. Insbesondere bei jüngeren Verbraucherinnen und Verbrauchern sei eine zunehmende Nachfrage zu beobachten. Gründe hierfür seien unter anderem der Wunsch nach unkomplizierten, hochwertigen Proteinen und Convenience-Produkten. Aus dem Austausch mit Start-ups und jungen Unternehmen nehme er eine klare Botschaft mit: „Fleisch ist wieder in!”
Zum Abschluss seines Vortrags verkündete der Westfleisch-CEO eine Personalie von besonderer Bedeutung: Vorbehaltlich der Zustimmung des Deutschen Raiffeisentages in der kommenden Woche soll Jochen Westermann, Aufsichtsratsvorsitzender der Westfleisch SCE, das Amt des ehrenamtlichen Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) in Berlin übernehmen.
Ergebnissprung und attraktive Ausschüttung
Ein klar verbessertes Jahresergebnis in einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2025: Auf der Generalversammlung stellte CFO Carsten Schruck die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens vor und zog eine positive Bilanz.
Besonders erfreulich entwickelten sich die Kernindikatoren: Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent, das operative Ergebnis (EBIT) und der Jahresüberschuss konnten im Vergleich zum nur bedingt zufriedenstellenden Geschäftsjahr 2024 in etwa verdoppelt werden.
Die Gründe dafür lagen in dem Ergebnisplus fast aller Kernsparten, dem verzögerten Ausgleich der erheblichen Kostensteigerungen in 2024 sowie den neuerlichen Erfolgen des konzernweiten Effizienzprogramms “WEfficient”.
Die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und Strukturen wird auch künftig höchste Priorität haben.
Von der positiven Geschäftsentwicklung sollen auch die Mitglieder profitieren. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen eine Dividende von 4,2 Prozent für die Westfleisch SCE und die Westfleisch Finanz AG vor. Darüber hinaus ist ein Sonderbonus vorgesehen. Insgesamt sollen mehr als 5 Millionen Euro an die Mitglieder ausgeschüttet werden.
Auch die finanzielle Stabilität des Unternehmens bleibt auf hohem Niveau. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote liegt weiterhin bei rund 39 Prozent, während die Nettoverschuldung im Jahresverlauf nochmals deutlich reduziert werden konnte.
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr verwies Schruck auf die herausfordernden Rahmenbedingungen. Geopolitische Entwicklungen, insbesondere der Iran-Konflikt, hätten zu erheblichen Kostensteigerungen geführt. Gleichzeitig erschwere eine verhaltene Nachfrage die Preisverhandlungen in den Märkten. Dennoch sei Westfleisch mit einem erfolgreichen Jahresstart und weiteren Marktanteilsgewinnen gut aufgestellt. Ziel bleibe es, das Konzernergebnis auch 2026 weiter zu verbessern.
Marktanteile gewonnen, Wachstumskurs fortgesetzt
Mit einem deutlichen Wachstum der Schlachtmengen und weiteren Marktanteilsgewinnen beim Schwein hat sich Westfleisch im Geschäftsjahr 2025 erfolgreich im Wettbewerb behauptet. Darüber berichtete COO Pork & Sales, Michael Schulze Kalthoff, auf der Generalversammlung.
Während die Schweineschlachtungen in Deutschland und Europa insgesamt nur leicht zulegten, konnte Westfleisch seine Schlachtzahlen erneut überdurchschnittlich steigern. Mit rund 6,9 Millionen Schweinen wurde das Vorjahresniveau deutlich übertroffen. Damit festigte das Unternehmen seine Position als zweitgrößter Schweinevermarkter Deutschlands und baute seinen Marktanteil weiter auf jetzt 15,4 Prozent aus – und das in einem insgesamt rückläufigen Markt.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sind die kontinuierlichen Investitionen in die Standorte. In Coesfeld, Hamm und Oer-Erkenschwick wurden umfangreiche Strukturmaßnahmen umgesetzt und zusätzliche Kapazitäten geschaffen. Neben Modernisierungen in der Zerlegung und Schlachtung stehen dabei insbesondere Automatisierung und Effizienzsteigerung im Mittelpunkt.
Auch die Weiterentwicklung der Infrastruktur bleibt ein wichtiges Zukunftsthema. So wird das Nutzviehzentrum für das Ferkelgeschäft zum 1. Juli 2026 nach Nordwalde verlagert. Der Bereich Kälber und Fresser folgt im Sommer 2027, da baulich noch nicht alle dafür notwendigen Maßnahmen abgeschlossen werden konnten. Mit Investitionen in Gebäude und Grundstücke entsteht dort eine moderne EU-Viehsammelstelle für Großvieh und Schweine. Für die Erzeuger bleibt selbstverständlich auch in der Übergangsphase der gewohnte Serviceumfang erhalten.
Schulze Kalthoff ordnete zudem die aktuelle Marktentwicklung im europäischen und internationalen Wettbewerb ein. Während Deutschland im Exportgeschäft zunehmend Marktanteile verliert, haben Länder wie die USA und Spanien aufgeholt. Gleichzeitig hat Brasilien seine Schweinefleischexporte seit 2018 deutlich ausgebaut. Zusätzlichen Druck erzeugen die im europäischen Ausland häufig niedrigeren Schweineeinkaufspreise, die den Wettbewerb für deutsche Vermarkter verschärfen.
Große Aufmerksamkeit widmete der Vorstand den aktuellen Herausforderungen in der Tierhaltung. Der europaweite Rückgang der Sauenbestände verschärft den Wettbewerb um Ferkel und beeinflusst die zukünftige Rohstoffverfügbarkeit, wobei WestCrown entgegen dem EU-Trend zumindest Mengen konsolidiert.
Gleichzeitig bleiben Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Maul- und Klauenseuche bedeutende Risiken für die gesamte Branche. Besonders positiv bewertete Schulze Kalthoff das Engagement der landwirtschaftlichen Betriebe beim Thema Biosicherheit. Trotz des ASP-Geschehens bei Wildschweinen ist im zurückliegenden Geschäftsjahr kein Fall bei Hausschweinen aufgetreten. Dies sei ein großer Erfolg und Ausdruck der konsequenten Arbeit der Landwirte.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Weiterentwicklung der Haltungsform 3 im Schweinebereich. Die Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach entsprechenden Programmen wächst kontinuierlich. Westfleisch arbeitet deshalb gemeinsam mit Erzeugern, Handel und weiteren Partnern intensiv daran, zusätzliche Mengen aufzubauen und neue Betriebe für die Programme zu gewinnen.
Die Anfragen aus dem Handel nach HF 3 sind hoch. Unsere Mitglieder erhalten so zusätzliche Vermarktungschancen.
Zum Abschluss betonte Schulze Kalthoff die Stärken der genossenschaftlichen Zusammenarbeit. Westfleisch befinde sich im Kerngebiet einer leistungsfähigen und gesunden Landwirtschaft in Deutschland und sei damit gut aufgestellt, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern.
Sein Fazit: „Wir machen uns gemeinsam fit für die Zukunft.”
Convenience und Wurst auf sehr gutem Weg
Die Unternehmen der Sparte Weiterverarbeitung haben ihren Wachstumskurs im Jahr 2025 erfolgreich fortgesetzt. Auf der Generalversammlung berichtete Johannes Steinhoff, COO Processing, über die Entwicklung von WestfalenLand, Gustoland und The Petfood Company.
Besonders erfreulich entwickelte sich WestfalenLand. Dank einer positiven Absatzentwicklung und einer starken Marktbearbeitung konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 14 Prozent auf ein Rekordniveau steigern. Wesentliche Impulse lieferten die Intensivierung bestehender Kundenbeziehungen, die Akquise neuer Kunden sowie die wachsende Nachfrage nach Fleisch aus höheren Haltungsformen. Gleichzeitig konnten im weiter voranschreitenden Strukturwandel weitere wertvolle Marktanteile hinzugewonnen werden.
Die Vermarktung von Fleisch aus der Haltungsform 3 wurde in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut. Für 2026 wird bereits erwartet, dass mehr als die Hälfte des Rindfleischabsatzes von WestfalenLand auf dieses Segment entfällt. Gleichzeitig konnten die Verwertungsquoten weiter verbessert und die Ganztiervermarktung optimiert werden. Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass sich die private Nachfrage nach Rindfleisch nach einer längeren Schwächephase wieder stabilisiert.
Zur erfolgreichen Marktbearbeitung trug auch die flexible Vermarktungsstrategie bei. Zusätzliche Kapazitäten ermöglichten es, Ware zeitweise einzufrieren und zu einem späteren Zeitpunkt gezielt zu vermarkten. Dadurch konnten Marktchancen besser genutzt und Wertschöpfungspotenziale erschlossen werden.
Auch Wurstspezialist Gustoland setzte seinen Wachstumskurs fort, die Absatzsteigerung fällt mit rund 7 Prozent etwas zurückhaltender aus als bei der Convenience-Schwester WestfalenLand, hält aber den erfreulichen Wachtumstrend der vergangenen Jahre stabil. Wesentliche Treiber waren zusätzliche Vertragsabschlüsse im Bereich Haltungsform 3 sowie eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Kapazitätsauslastung und optimierte Kostenstrukturen. Moderne Produktionshallen und eine leistungsstarke Photovoltaikanlage mit mehr als 4,3 Megawatt Peak-Leistung unterstreichen den Anspruch des Unternehmens, Wachstum und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden.
Positiv entwickelte sich zudem The Petfood Company. Die Marktposition des Tierfutterherstellers konnte weiter ausgebaut werden und wichtige Listungen im Fachhandel wurden erreicht. Trotz eines insgesamt schwierigen Marktumfelds mit Überkapazitäten und zurückhaltender Nachfrage wurden die betriebliche Effizienz deutlich verbessert und die Frischeverarbeitung weiter ausgebaut.
Die konsequente Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse, höhere Haltungsformen und eine effiziente Rohstoffverwertung sind die Grundlage für den weiteren Erfolg der Weiterverarbeitung.
Die Leistungsfähigkeit der Westfleisch-Gruppe basiert dabei auch auf ihren Mitarbeitenden. Mittlerweile rund 7.900 Beschäftigte aus 63 Nationen tragen täglich dazu bei, die hohe Qualität, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmensgruppe sicherzustellen.
Damit schafft Westfleisch zusätzliche Wertschöpfung für seine Mitglieder und stärkt zugleich seine Position in den relevanten Absatzmärkten.
Dirk Niederstucke: DANKE und Ehrenvorsitz
Ein besonderer Moment für Dirk Niederstucke (3.v.l.): Im Beisein von seiner Frau und seiner Tochter wurde ihm auf der Generalversammlung eine ganz besondere Anerkennung verliehen: Er erhielt von Jochen Westermann (r.) die Urkunde zu seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden von Westfleisch.
Im Rahmen der Generalversammlung verabschiedete Westfleisch Dirk Niederstucke aus seinen bisherigen Funktionen und würdigte sein außergewöhnliches Engagement für die Genossenschaft.
Der Landwirt aus Hille hat die Entwicklung von Westfleisch über Jahrzehnte aktiv mitgestaltet. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich für die Genossenschaft und brachte seine Erfahrungen und Überzeugungen in zahlreichen Gremien ein – als Vorstandsmitglied, Vorstandsvorsitzender, Aufsichtsratsmitglied und als Vorstandsvorsitzender der Westfleisch Finanz AG sowie im Beirat für Kooperationsfragen. Darüber hinaus vertritt er seit mehr als 20 Jahren die Interessen der Genossenschaften im Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).
Als Zeichen der Anerkennung für sein langjähriges Wirken und seinen gelebten genossenschaftlichen Gedanken wurde Dirk Niederstucke im Rahmen der Generalversammlung und mit einer bewegenden Laudatio zum Ehrenvorsitzenden von Westfleisch ernannt.
Die Verleihung dieser Ehrenfunktion ist eine besondere Auszeichnung, die erst zum zweiten Mal überhaupt in der fast 100-jährigen Geschichte des Unternehmens vergeben wurde. Vor Dirk Niederstucke wurde nur Gottfried Brentrup mit dieser Auszeichnung gewürdigt. Sie zählt zu den höchsten Ehrungen innerhalb von Westfleisch und ist Persönlichkeiten vorbehalten, die die Entwicklung der Genossenschaft über viele Jahre hinweg in besonderer Weise geprägt haben.
„Wie sagt man so schön: Wie die Zeit vergeht! 30 Jahre bei Westfleisch – in dieser Zeit habe ich viel erlebt. Rückblickend kann man sagen: Westfleisch hat Vieles richtig gemacht und kann heute stolz auf seine Entwicklung sein”, richtete Niederstucke sichtlich gerührt einige Worte an das Plenum. „Wenn Vorstand, Aufsichtsrat und Mitglieder weiter zusammenhalten, ist das Unternehmen bestens für die Zukunft aufgestellt. Mein besonderer Dank gilt meiner Familie, meiner Frau und meinen Kindern. Sie haben mir immer den Rücken freigehalten. Dafür herzlichen Dank.”
Doch damit nicht genug: Im Juli wird ihm zudem die Goldene Raiffeisen-Nadel verliehen – eine der höchsten Auszeichnungen innerhalb der deutschen Genossenschaftsorganisation.
Westfleisch bedankt sich herzlich für seinen jahrzehntelangen Einsatz, seine Verbundenheit zur Landwirtschaft und sein Engagement für die Mitglieder der Genossenschaft.
Eine ausführliche Würdigung des Wirkens von Dirk Niederstucke mit einem Rückblick auf seine wichtigsten Stationen und Verdienste erscheint in der nächsten regulären Ausgabe des Mitglieder-Newsletters.
Podiumsdiskussion: Wie viel Zukunft steckt in der Genossenschaftsidee?
Moderator Michael Schulze Kalthoff (r.) diskutierte gemeinsam mit Stefan Nießing (2.v.l.), Jochen Westermann (3.v.l.), Dr. Dirk Köckler (3.v.l.) und Dr. Jochen Farwick (4.v.l.) über die Zukunft des Genossenschaftsmodells. Dr. Wilhelm Uffelmann (l.) beteiligte sich ebenso mit Fragen und eigenen Impulsen an der Diskussion.
Diese Frage stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion auf der Generalversammlung 2026. „Die Genossenschaft ist kein Auslaufmodell” – so die zentrale Botschaft der Runde. Im Gegenteil: Gerade in Zeiten von Strukturwandel, wachsendem Wettbewerbsdruck und gesellschaftlichen Veränderungen bietet sie Stabilität, Verlässlichkeit und Zukunftsperspektiven.
Für Westfleisch bedeutet das vor allem, die genossenschaftlichen Werte mit unternehmerischer Stärke zu verbinden. Jochen Westermann brachte es auf den Punkt: „Die Genossenschaft ist keine verstaubte Rechtsform. Ich glaube, wir können mit Genossenschaften Zukunft machen.” Solidarität, Verantwortung und Mitbestimmung seien für ihn daher künftig die Grundlage für den Erfolg von Genossenschaften.
Gleichzeitig machten die Diskussionsteilnehmer deutlich, dass Tradition allein nicht reicht. Geschwindigkeit, klare Entscheidungen, Transparenz und wirtschaftliche Stärke seien entscheidend, um den Förderauftrag gegenüber den Mitgliedern langfristig erfüllen zu können. „Eine Genossenschaft muss auch Geld verdienen, damit sie in ihre Zukunft investieren kann”, betonte Jochen Farwick.
Als besondere Stärke von Westfleisch wurde die langfristige Ausrichtung hervorgehoben. Investitionen in Tierwohl, Nachhaltigkeit, moderne Standorte und Marktpositionen sichern die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Dabei gehe es nicht um kurzfristige Höchstpreise, sondern um Verlässlichkeit und Planungssicherheit für die Mitglieder. „Wir werden eben nicht an Quartalsergebnissen gemessen, sondern in längeren Linien – schon auch in Dekaden”, erklärte Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der Agravis und Aufsichtsratsmitglied bei Westfleisch, und unterstrich damit die Bedeutung des langfristigen Denkens in Genossenschaften.
Auch der Umgang mit dem Strukturwandel war ein zentrales Thema. Genossenschaften bündeln Kräfte, schaffen Skaleneffekte und unterstützen ihre Mitglieder unabhängig von der Betriebsgröße. Stefan Nießing, geschäftsführender Vorstand der Agri V Raiffeisen eG und Mitglied des Westfleisch-Aufsichtsrats, unterstrich: „Die genossenschaftliche Idee ist darauf ausgelegt, Kräfte zu bündeln, um eben dem kleineren oder auch größeren Betrieb entsprechend unter die Arme zu greifen.”
Mit Blick auf die Zukunft wurde deutlich, dass Westfleisch weiter auf Innovation, Digitalisierung und die nächste Generation setzt. Nachhaltigkeitsprojekte, wissenschaftliche Kooperationen sowie moderne Kommunikationswege sollen junge Menschen für die Branche und die Genossenschaft begeistern. „Wir müssen eine Geschichte erzählen – und wir haben eine gute Geschichte zu erzählen”, betonte Westfleisch-Vorstandsvorsitzender Dr. Wilhelm Uffelmann.
Das Fazit der Diskussion fiel eindeutig aus: In der Genossenschaftsidee steckt auch künftig viel Zukunft. Voraussetzung ist, dass Unternehmen wie Westfleisch ihre Werte bewahren und gleichzeitig mutig in Innovation, Menschen und Märkte investieren.
Messen & Veranstaltungen Westfleisch ist dabei!
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25. + 26.07.2026 Deutsche Grillmeisterschaft der German BBQ Association, Fulda
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29.07.–01.08.2026 Wacken Open Air, Wacken
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17.10.–21.10.2026 Sial, Paris
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10.11.–13.11.2026 EuroTier, Hannover