Info für Landwirte Ausgabe April 2026

Arbeits- und Fachkräftegewinnung aus Drittstaaten: „Wir handeln verantwortungsvoll“

Carsten Schruck, Personalvorstand Westfleisch

Die ARD-Sendung „Monitor“ hat vor Kurzem Fragen zu Arbeitsbedingungen und Recruiting-Modalitäten in der Fleischwirtschaft aufgeworfen. Auch Westfleisch wurde in diesem Zusammenhang genannt. Für Westfleisch ist klar: Transparenz, Verantwortung und verlässliche Strukturen sind die Grundlage für Vertrauen – bei allen Mitarbeitenden genauso wie bei den landwirtschaftlichen Partnern. Personalvorstand Carsten Schruck ordnet die aktuelle Situation ein:

Herr Schruck, die aktuellen Medienberichte werfen der Branche Ausbeutung vor. Was sagen Sie dazu?
Diesen Vorwurf weisen wir für Westfleisch klar zurück. Gleichzeitig sehen wir, dass internationale Rekrutierung mit besonderen Herausforderungen verbunden ist. Dennoch sind wir wie viele andere Unternehmen aus Branchen, wie der Pflege oder dem Bauwesen, auf Arbeitskräfte aus Drittstaaten angewiesen. Wichtig dabei ist: Alles muss fair und nach klaren Regeln ablaufen. Dafür und dazu stehen wir.

Westfleisch wird in den Berichten genannt. Welche Probleme gab es?
Wir haben zeitweise mit einer in Deutschland ansässigen Vermittlungsfirma zusammengearbeitet. Vertraglich war klar geregelt, dass keine zusätzlichen Vermittlungsgebühren für Bewerberinnen und Bewerber entstehen dürfen. Hinweise darauf, dass vor Ort dennoch unzulässige Zahlungen gefordert wurden, nehmen wir sehr ernst. Das widerspricht unserem Selbstverständnis eindeutig. Erst in den Willkommensgesprächen mit den neuen Mitarbeitenden hier in Deutschland erfuhren wir davon. Wir selbst haben nicht mit lokalen Vermittlern gearbeitet. Aber es gibt Hinweise, dass der in Deutschland ansässige Vermittlungsdienstleister klar gegen die Vorgaben verstoßen hat. Deshalb haben wir die Zusammenarbeit beendet und bauen nun eigene Rekrutierungsstrukturen vor Ort auf.

Welche Maßnahmen hat Westfleisch ergriffen?
Künftig kümmern wir uns eigenständig um die Anwerbung vor Ort. So haben wir mehr Kontrolle im Recruiting-Prozess. Für Mitarbeitende sollen nur noch klare und nachvollziehbare Kosten entstehen, beispielsweise für Reise und Visum, die selbstverständlich quittiert werden. Zudem prüfen wir aktuell jeden einzelnen Fall. Gemeinsam mit dem Betriebsrat schnüren wir ein Unterstützungspaket. Es gab auch bereits erste Zahlungen. Dieses Thema ist uns extrem wichtig und wir werden keinen Mitarbeitenden damit allein lassen.

Ein weiterer Vorwurf des Berichts lautet, dass ausländischen Mitarbeitenden bei Krankheit gekündigt werde. Was sagen Sie dazu?
Wer krank ist, hat selbstverständlich Anspruch auf Genesung – unabhängig von Herkunft oder Beschäftigungsform. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass eine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung die bisherige Tätigkeit unmöglich macht. Dann prüfen wir alternative Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen. Nur wenn das nicht gelingt, wird die Zusammenarbeit beendet.

Westfleisch hat in den letzten Jahren viele Veränderungen angestoßen. Worum handelt es sich dabei genau?
In den letzten fünf bis sechs Jahren ist viel passiert. Wir haben unsere Strukturen grundlegend neu aufgestellt. Seit 2019 gilt bei uns eine noch klarer geregelte Arbeitgeberverantwortung. Das war ein wichtiger Schritt. Auch bei den Unterkünften haben wir nachgebessert und das Wohnraummanagement professioneller aufgestellt. So ist beispielsweise ein Team von rund 40 Hausmeistern permanent unterwegs und kümmert sich um die eigehenden Hinweise. Dazu kommt ein umfassendes Integrationsangebot: Neue Mitarbeitende bekommen feste Ansprechpartner, Unterstützung in ihrer Sprache und Hilfe im Alltag z.B. bei Behördengängen. 

Diese Maßnahmen haben wir bereits umgesetzt und entwickeln sie weiter. Trotzdem müssen wir weiter dranbleiben. Deshalb bauen wir aktuell auch unsere Rekrutierung neu auf und übernehmen mehr Kontrolle. Unser Anspruch ist, Probleme früh zu erkennen und konsequent zu handeln.

Welche konkreten nächsten Schritte plant Westfleisch, um die Prozesse weiter zu verbessern?
Wir werden die Anwerbung von Mitarbeitenden aus Drittländern künftig stärker selbst steuern. So vermeiden wir Abhängigkeiten von externen Partnern. Außerdem schaffen wir noch mehr Transparenz in allen Abläufen. Kosten müssen klar nachvollziehbar sein. Gleichzeitig bauen wir unsere Betreuungsangebote weiter aus.

Welche Rolle spielt internationale Rekrutierung künftig für Westfleisch?
Fach- und Arbeitskräfte aus dem außereuropäischen Ausland bleiben ein unverzichtbares Standbein für uns. Das wird sich nicht ändern. Entscheidend ist, wie wir das gestalten. Wir setzen auf klare Regeln, eigene Kontrolle und faire Prozesse. Nur so können wir dauerhaft Vertrauen bei unseren Mitarbeitenden und in der Öffentlichkeit schaffen.

Was bedeutet die aktuelle Debatte für die Zusammenarbeit mit den Landwirten?
Für unsere landwirtschaftlichen Partner ist Verlässlichkeit entscheidend. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass bei uns alles sauber und ordentlich läuft. Unsere Maßnahmen sorgen für stabile Abläufe im Unternehmen. Das ist eine wichtige Grundlage für die gesamte Wertschöpfungskette. Nur wenn wir als Branche Vertrauen haben, sichern wir auch langfristig unsere gemeinsame Zukunft.
 

Mal unter uns „Tätowierung bleibt unverzichtbar für Rückverfolgbarkeit”

Deike Harms, Direktorin Landwirtschaft bei Westfleisch

Frau Harms, die Tätowierung ist seit Jahren Standard in der Schweinekennzeichnung. Wie wichtig ist dieses System aus Ihrer Sicht auch heute noch?
Die Kennzeichnung von Schlachtschweinen über die Tätowierung ist seit vielen Jahren gelebter Standard – und aus unserer Sicht als Schlachtunternehmen auch heute und in Zukunft unverzichtbar. Schließlich erzeugen Landwirte hochwertige Lebensmittel für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Damit tragen wir gemeinsam Verantwortung für Lebensmittelsicherheit, Transparenz und Vertrauen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Eine eindeutige Kennzeichnung ist dafür die zentrale Grundlage.

Was bedeutet die Tätowierung konkret für die Betriebe im Alltag und worauf muss geachtet werden?
Die Tätowierung stellt sicher, dass jedes Tier beziehungsweise jede Schlachtpartie eindeutig dem Herkunftsbetrieb zugeordnet werden kann – auch dann noch, wenn das Tier nicht mehr lebend ist. Das ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass Fleisch als sicheres Lebensmittel in Verkehr gebracht werden kann. Im Fall von Auffälligkeiten, etwa bei Rückrufen, Tierseuchen oder Qualitätsabweichungen, muss schnell und eindeutig nachvollziehbar sein, woher ein Tier stammt, welche Betriebe beteiligt waren und welche weiteren Produkte betroffen sein könnten.

Die Tätowierung ist dabei ein robuster und jederzeit sichtbarer Identitätsnachweis, auf den sich alle Beteiligten verlassen können.

Gibt es aus Ihrer Sicht Alternativen zur Tätowierung, die praktikabel und gleichzeitig verlässlich wären? 
Aus unserer Sicht gibt es derzeit keine Alternative, die gleichzeitig praxistauglich, verlässlich und mit vertretbarem Aufwand umsetzbar wäre. Grundsätzlich sind Schweine bereits gekennzeichnet, etwa über die Ohrmarke, die den Geburts- beziehungsweise Herkunftsbetrieb ausweist. Diese Kennzeichnung ist wichtig, bildet jedoch nicht den letzten Haltungsbetrieb – also den Mastbetrieb – ab, der für Schlachtung, Abrechnung und Rückverfolgbarkeit entscheidend ist.

Ein denkbarer Ansatz wäre, jedes Schwein zusätzlich individuell zu kennzeichnen. In der Praxis würde das jedoch einen erheblich höheren Arbeitsaufwand bedeuten und ist aus unserer Sicht derzeit nicht realistisch. Teilweise setzen Betriebe bereits RFID-Ohrmarken ein. Diese ermöglichen eine kontaktlose, eindeutige Identifikation jedes einzelnen Tieres. Mit einem kleinen Transponder, der per Funk Daten an Lesegeräte übermittelt, wird so die Rückverfolgbarkeit sichergestellt. Die RFID-Ohrmarken sind für die breite Masse Stand heute noch zu kostenintensiv.

Und ganz offen: Wo sehen Sie beim aktuellen System der tierbezogenen Kennzeichnung den größten Handlungsbedarf?
Der größte Handlungsbedarf liegt weniger im System selbst als in der konsequenten und sorgfältigen Umsetzung in der Praxis. Die Tätowierung ist ein bewährtes und rechtssicheres Verfahren, ihre Zuverlässigkeit hängt jedoch maßgeblich von der Qualität der Durchführung ab.

Entscheidend ist zunächst der Zustand der Tätowier-Eisen: Abgenutzte oder stumpfe Ziffern führen schnell zu schlecht lesbaren Kennzeichnungen, weshalb eine regelmäßige Kontrolle und ein rechtzeitiger Austausch unerlässlich sind. Ebenso wichtig ist die Verwendung frischer, unverdünnter Tätowiertuschen. Zu sparsam eingesetzte oder eingetrocknete Farbe kann dazu führen, dass Kennzeichnungen unvollständig oder nicht dauerhaft lesbar sind.
Schließlich spielt auch die Reinigung der Tätowier-Eisen eine zentrale Rolle: Rückstände wie Fett, Hautreste oder alte Tuschen beeinträchtigen die Lesbarkeit erheblich. Eine gründliche Reinigung mit einer Drahtbürste nach jeder Partie ist daher zwingend notwendig – auch wenn sie im Arbeitsalltag zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Es gilt also: Die Tätowierung bleibt ein bewährtes System – Voraussetzung ist die konsequente und richtige Anwendung. Wenn Sorgfalt und Routine im Alltag stimmen, bleibt die Methode auch künftig ein verlässliches Fundament für Rückverfolgbarkeit und Lebensmittelsicherheit.

ITW-Nämlichkeit: Zwischen Anspruch und Umsetzbarkeit

Die Einführung der durchgängigen Nämlichkeit innerhalb der Initiative Tierwohl (ITW) ab 2027 markiert einen entscheidenden Schritt für die Weiterentwicklung der deutschen Schweinehaltung. 

Ziel ist es, Tierwohlleistungen lückenlos entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Ferkel bis zum Mastschwein – nachzuweisen. Damit sollen Transparenz und Glaubwürdigkeit gegenüber Handel und Verbrauchern weiter gestärkt werden.
Aus Sicht von Westfleisch ist dieses Ziel grundsätzlich richtig – doch der Weg dorthin stellt die Branche aktuell vor erhebliche Herausforderungen.

Zwischen den Stühlen: Erzeuger und Marktanforderungen
Als genossenschaftlich organisierter Vieh- und Fleischvermarkter steht Westfleisch in einer besonderen Verantwortung: Einerseits gilt es, den eigenen Mitgliedsbetrieben auskömmliche Erlöse für ihre Tierwohlleistungen zu sichern. Andererseits erwarten Lebensmitteleinzelhandel und Verbraucher ein transparentes und glaubwürdiges System.

Wir bewegen uns hier in einer klassischen Zwickmühle. Die durchgängige Nämlichkeit stärkt zweifellos die Glaubwürdigkeit der ITW – gleichzeitig ist die praktische Umsetzung derzeit noch nicht ausreichend abgesichert.
Michael Schulze Kalthoff, Vorstandsmitglied bei Westfleisch

Nämlichkeit als richtiger Schritt – mit offenen Baustellen
Die Nämlichkeit sorgt künftig dafür, dass nur noch Tiere als ITW-Ware vermarktet, werden können, die ihr gesamtes Leben unter entsprechenden Bedingungen gehalten wurden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die langfristige Etablierung von Tierwohlprogrammen im Markt. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Diskussion: Die strukturellen Voraussetzungen sind noch nicht vollständig gegeben. „Wir sehen aktuell vor allem drei zentrale Herausforderungen”, erklärt Deike Harms, Direktorin Landwirtschaft bei Westfleisch:

„Es herrscht ein strukturelles Defizit bei ITW-Ferkeln Schon heute fehlen mehrere Millionen ITW-Ferkel. Diese Lücke führt zu spürbaren Verwerfungen in bestehenden Lieferbeziehungen. Zudem wir die Logistik immer komplexer. Regionale Verfügbarkeit, passende Stückzahlen und zeitliche Abstimmung müssen exakt zusammenpassen. Dies ist eine Anforderung, die derzeit vielerorts noch nicht erfüllt wird. Zu guter Letzt haben wir zudem hohe Investitionshürden in der Ferkelerzeugung. Insbesondere gesetzliche Vorgaben im Deckzentrum und Abferkelstall sorgen für erhebliche wirtschaftliche Unsicherheit bei Sauenhaltern.”

Marktmodell mit Unsicherheiten
Mit dem Wegfall des Ferkelfonds ab 2027 soll die Vergütung vollständig über den Markt erfolgen. Genau hier liegt ein kritischer Punkt: Viele Landwirte befürchten, dass Tierwohlleistungen künftig nicht mehr ausreichend honoriert werden. Westfleisch sieht deshalb die Notwendigkeit, wirtschaftliche Verlässlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen. „Entscheidend ist weniger die exakte Höhe der Vergütung als ihre Verlässlichkeit”, so Schulze Kalthoff. „Ferkelerzeuger müssen sich darauf verlassen können, dass sich ihre Investitionen langfristig tragen.“

Ansätze für einen gangbaren Weg
Um die bestehenden Lücken zu schließen und den Übergang praktikabel zu gestalten, braucht es eine Kombination verschiedener Maßnahmen:

  • Übergangsmodelle, die bestehende Lieferbeziehungen berücksichtigen
  • Verlässliche, vertraglich abgesicherte Tierwohlaufschläge
  • Eine konsequente Weitergabe der Erlöse entlang der gesamten Kette
  • Eine stärkere Einbindung des Lebensmitteleinzelhandels und der Verbraucher in die Finanzierung

Ein möglicher Ansatz liegt in langfristigen Liefervereinbarungen mit klar definierten Tierwohlzuschlägen und transparenter Preisweitergabe.

Weichenstellung für die Zukunft der Branche
Die aktuelle Diskussion um die ITW-Nämlichkeit ist mehr als eine Detailfrage. Sie ist richtungsweisend für die Zukunft der gesamten Schweinehaltung in Deutschland. Gelingt es, Tierwohl, Systemglaubwürdigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander zu verbinden, kann die ITW ein dauerhaft tragfähiges Modell bleiben. Scheitert dies jedoch, drohen strukturelle Folgen: sinkende Inlandsproduktion, steigende Importabhängigkeit und ein Verlust an Wertschöpfung im Inland.
Westfleisch steht klar zur Nämlichkeit als Zielbild. Entscheidend ist nun, den Weg dorthin realistisch, wirtschaftlich tragfähig und für alle Beteiligten verlässlich zu gestalten. Oder, wie es Deike Harms zusammenfasst: „Tierwohl und Systemvertrauen dürfen kein Widerspruch sein. Sie müssen klug miteinander verzahnt werden. Nur so kann die Transformation der Schweinehaltung gelingen.“

Jetzt anmelden und mitreden Zukunft Rindermast 3.0:

Wie geht es weiter in der Rindermast? Welche Chancen bieten sich aktuell und welchen Herausforderungen müssen sich Betriebe stellen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert die Fachveranstaltung „Zukunft Rindermast 3.0” am 27. Mai 2026 in Delbrück.

Gemeinsam mit Experten aus Praxis, Beratung, Vermarktung, Handel und Politik wird ein umfassender Blick auf die Zukunft der Branche geworfen. Denn eines ist klar: Die Rahmenbedingungen verändern sich rasant – von steigenden Anforderungen des Lebensmitteleinzelhandels bis hin zu neuen Marktchancen im In- und Ausland.

Vor Ort erwartet die Teilnehmer ein Marktausblick unter anderem zur Preisentwicklung sowie dessen Auswirkungen auf internationale Handelsabkommen wie Mercosur. Auch Fütterungsstrategien für effiziente Mastleistungen sowie stabile Tageszunahmen und Perspektiven für zukunftsfähige Bullenmastställe werden diskutiert. 

Zum Abschluss erwartet Sie zudem eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der deutschen Rindermast mit dem Westfleisch-Vorstandsvorsitzenden Dr. Wilhelm Uffelmann. Auch mit dabei sind der Geschäftsführer Einkauf bei Lidl, Arne Wiest, Landwirt Felix Pahlsmeier, Direktorin Thinktank bei Agora Agrar, Dr. Christine Chemnitz sowie Abteilungsleiter Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit beim BMLEH, Prof. Eberhard Haunhorst.

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren, neue Impulse für Ihren Betrieb mitzunehmen und sich mit anderen Vertragslandwirten sowie Branchenexperten zu vernetzen.

Zukunftstag Sauenhaltung: Hunderte Besucher auf Hof Schultewolter

Den „Zukunftstag Sauenhaltung” am 27. März 2026 auf dem Betrieb der Familie Schultewolter in Gronau-Epe besuchten fast 600 interessierte Ferkelerzeuger, Landwirtinnen und Landwirte. Die Veranstaltung bot eine ideale Plattform für Information, Austausch und praxisnahe Einblicke in die aktuellen Entwicklungen der Branche.

Ein besonderes Highlight war die Besichtigung des neu errichteten Deckzentrums. Der moderne Stall überzeugte durch innovative Lösungen im Bereich Tierwohl und Stalltechnik – unter anderem mit Liegebereich, Unterflurzuluft sowie großzügigen Platzverhältnissen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein eigenes Bild von möglichen Umbaulösungen zu machen und mit Kollegen sowie Fachfirmen ins Gespräch zu kommen.
 

    Im fachlichen Teil standen vor allem die anstehenden Anforderungen an die Sauenhaltung im Fokus. Deutlich wurde, dass die gesetzlichen Fristen zum Umbau der Deckzentren und Abferkelställe bereits konkret vorgegeben sind und individuelle Lösungen gefragt sind. Pauschale Konzepte gibt es nicht – jeder Betrieb muss seinen eigenen Weg zwischen Neubau oder Umbau im Bestand finden. 

    Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der zukünftigen Ausrichtung des Marktes. Die Anforderungen des Lebensmitteleinzelhandels entwickeln sich klar in Richtung höherer Haltungsformen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach deutscher Ware stabil, insbesondere im Bereich Tierwohl. Für Ferkelerzeuger ergeben sich daraus Chancen, sofern die Produktions- und Vermarktungsketten entsprechend angepasst werden. 

    Neben den Vorträgen nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Vertretern aus Stallbau, Genetik, Beratung und Vermarktung. Die durchweg positive Resonanz zeigt, wie groß der Informationsbedarf und der Wille zur Weiterentwicklung in der Branche ist.
     

    Der Zukunftstag hat einmal mehr deutlich gemacht, dass die Sauenhaltung vor großen Herausforderungen steht – gleichzeitig aber auch klare Perspektiven bietet. Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir Sie weiterhin aktiv bei der Umsetzung und sichern Ihnen verlässliche Absatzwege für alle Haltungsformen.
    Tobias Liesenkötter, Außendienstmitarbeiter Team Schwein

    Beeftalk 2026: Herausforderungen und Impulse für die Rindermast

    v.l.: Deike Harms (Westfleisch), Jens Gödde, Dr. Jana Denißen (beide Agravis) sowie weitere Experten führten durch die Veranstaltung und diskutierten aktuelle Entwicklungen in der Rindermast.

    Großes Interesse beim diesjährigen Beeftalk: 
    Mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Praxis nutzten das Online-Format von Westfleisch und AGRAVIS, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Rindermast zu informieren.

    Durch die Veranstaltung führten Deike Harms, Direktorin Landwirtschaft bei Westfleisch und Dr. Jana Denißen von der AGRAVIS. 

    Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die aktuelle Lage am Schlachtrindermarkt, die weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist. Deike Harms ordnete die Entwicklungen ein und zeigte auf, welche Veränderungen im Verbraucherverhalten – insbesondere zwischen den Generationen – zunehmend Einfluss auf den Markt nehmen.

    Gerade in herausfordernden Marktphasen ist es entscheidend, die Entwicklungen richtig einzuordnen und die eigenen betrieblichen Stellschrauben gezielt zu nutzen.
    Deike Harms, Direktorin Landwirtschaft bei Westfleisch

    Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Futtermittelmärkten. Matthias Kutsche, Leitung Geschäftsfeld Rind bei der AGRAVIS Nutztier GmbH, erläuterte die aktuelle Versorgungssituation und machte deutlich, wie stark internationale Einflüsse und geopolitische Entwicklungen weiterhin auf die Märkte wirken.

    Absage: Festival „Fields & Beats” findet nicht statt

    Das für Mitte Mai dieses Jahres geplante „Fields and Beats-Festival” in der Halle Münsterland findet in diesem Jahr nicht statt. Grund dafür sind kurzfristig aufgetretene organisatorische Hürden, berichten das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland sowie das Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben.

    Die Veranstalter versprechen: Wer bereits ein Ticket für dieses Jahr erworben hat, bekommt sein Geld selbstverständlich vollständig zurück. Ticketinhaberinnen und Ticketinhaber müssen hierfür nichts weiter unternehmen – die Kostenerstattung erfolgt automatisch über die jeweilige Vorverkaufsstelle. Je nach Zahlungsanbieter kann dies einige Werktage dauern.

    Das Fields and Beats Team bedankt sich bei allen Fans, Partnern und Unterstützern für das Verständnis. Gleichzeitig arbeitet es mit Hochdruck daran, zu klären, wie es im kommenden Jahr weitergeht, um allen Besucherinnen und Besuchern ein rundum gelungenes Festivalerlebnis zu bieten – mit tollen Künstlern und aufregenden Programmpunkten. Mehr dazu wird zu gegebener Zeit bekanntgegeben.
     

    Messen & Veranstaltungen Westfleisch ist dabei!

    • 19.05.–20.05.2026 PLMA, Amsterdam

    • 27.05.2026 RinderMast 3.0, Delbrück

    • 08.06.2026 Generalversammlung, Münster

    • 25. + 26.07.2026 Deutsche Grillmeisterschaft der German BBQ Association, Fulda

    • 17.10.–21.10.2026 Sial, Paris

    • 10.11.–13.11.2026 Eurotier, Hannover

    Kreuzungskälber gesucht
    Kreuzungskälber rechnen sich – auch für Sie!
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