27.08.2026 Minister Alois Rainer besucht Westfleisch: KI unterstützt amtliche Fleischuntersuchung
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (4.v.r.) informiert sich über das KI-Projekt zur Unterstützung der amtlichen Fleischuntersuchung am Westfleisch-Standort in Oer-Erkenschwick. Begleitet wurde er von einer Expertendelegation: Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leitung Abteilung 3 "Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit" beim BMLEH (2.v.r.), Bundestagsabgeordneter Lars Ehm (4.v.l.), Dr. Martin Berges, Staatssekretär im Ministerium NRW (5.v.r.), Christina Hinz, stellvertretende Bürgermeisterin Oer-Erkenschwick (r.), Noriko Geiger, Leitung Schlachthofwesen und tierische Nebenprodukte Kreis Recklinghausen (5.v.l), Westfleisch-Vorstandsmitglied Michael Schulze Kalthoff (3.v.r.), Westfleisch-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Westermann (3.v.l.), Standortleiter Jens-Uwe Heldt (l.) und Dr. Anne Hiller, Leiterin Konzernqualitätsmanagement bei Westfleisch (2.l.).
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Oer-Erkenschwick, 27. August 2026. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat heute den Westfleisch-Standort in Oer-Erkenschwick besucht, um sich über den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der amtlichen Fleischuntersuchung zu informieren. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch mit den Verantwortlichen von Westfleisch sowie die Besichtigung des Pilotprojekts „ArtificialVet“.
Begleitet wurde der Termin von Westfleisch durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Jochen Westermann, Vorstandsmitglied Michael Schulze Kalthoff und Dr. Anne Hiller, Leiterin Konzernqualitätsmanagement.
Minister Rainer erhielt vor Ort Einblick in die praktische Anwendung des KI-gestützten Systems. Seit Dezember 2025 unterstützt „ArtificialVet“ das amtliche Untersuchungspersonal im Rahmen einer Pilotphase mit digitalen Vorbefunden.
KI als „digitales Auge“ der Fleischuntersuchung
Kern des Systems ist eine Anlage mit sechs Hochleistungskameras, die den geschlossenen Schweineschlachtkörper erfassen. Eine KI analysiert die Aufnahmen und erkennt unter anderem Veränderungen an Ohren und Schwanz sowie Umfangsvermehrungen.
Grundlage sind tausende von Expertinnen und Experten bewertete Beispielbilder. Die amtlichen Tierärztinnen und Tierärzte geben aber zu jeder Zeit den fachlichen Maßstab vor und treffen weiterhin die abschließende Befundentscheidung. Die KI dient ausschließlich als zusätzliches Unterstützungsinstrument.
Bundesweit einmaliges Projekt dieser Art
„ArtificialVet“ ist eine gemeinsame Entwicklung von Westfleisch, der CIMT AG, einem international tätigen IT Consulting-Spezialisten für digitale Transformationsprojekte mit Hauptsitz in Hamburg, und dem Veterinäramt des Kreises Recklinghausen. Das Projekt ist bundesweit das erste seiner Art.
Für die Entwicklung und Validierung des Systems arbeiten Wirtschaft, Behörden und Wissenschaft eng zusammen. So begleitet seit April 2026 die Universität Leipzig das Projekt wissenschaftlich im Rahmen einer Doktorarbeit.
„Unser Ziel ist es, mit dem Einsatz von KI einen zusätzlichen Baustein für die amtliche Fleischuntersuchung zu entwickeln. Die enge Zusammenarbeit mit Behörden und Wissenschaft ist dafür eine wesentliche Voraussetzung“, sagt Dr. Anne Hiller, Leiterin Konzernqualitätsmanagement bei Westfleisch.
Der Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bot Gelegenheit, die Anwendung von „ArtificialVet“ in der Praxis zu zeigen und über die Potenziale digitaler Technologien für die Weiterentwicklung der amtlichen Fleischuntersuchung zu sprechen.
Mit dem Pilotbetrieb in Oer-Erkenschwick sammelt Westfleisch wichtige Erkenntnisse für die Bewertung der Chancen und Grenzen KI-gestützter Verfahren in der Fleischuntersuchung für die gesamte Branche. Diese Erfahrungen sollen die weitere Entwicklung und Einordnung der Technologie unterstützen.
ASP-Prävention und Marktöffnung weiter im Blick
Neben dem Einsatz von KI standen beim Austausch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer weitere aktuelle Themen der Fleischwirtschaft im Fokus.
So sprachen die Westfleisch-Verantwortlichen über die Prävention und den Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Westfleisch brachte dabei insbesondere die Anforderungen an die Branche im Falle eines Ausbruchs in einem Hausschweinebestand sowie die Bedeutung einer frühzeitigen Vorbereitung und klarer Abläufe im Ernstfall zur Sprache.
Auch die Perspektiven einer Marktöffnung für deutsche Schweinefleischprodukte in China waren Gesprächsthema. Alle Beteiligten lobten dabei insbesondere die Unterstützung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Beide Parteien betonten, dass die gemeinsamen Anstrengungen für eine Öffnung des chinesischen Marktes weiter vorangetrieben werden sollen.
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Über Westfleisch
Westfleisch gehört mit über 7.600 Mitarbeitenden und rund 5.200 landwirtschaftlichen Mitgliedern zu den führenden Fleischvermarktern Europas. Als genossenschaftlich organisiertes Unternehmen steht Westfleisch für eine enge Partnerschaft mit der Landwirtschaft sowie für Qualität, Nachhaltigkeit und innovative Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.