Info für Landwirte Ausgabe August 2026

Mal unter uns: Wie geht’s weiter mit der Schweinehaltung?

Die wirtschaftliche Lage vieler deutscher Schweinehalter ist dramatisch. Auch die Schlachtunternehmen haben zu kämpfen. Daran hat auch die zuletzt festere Marktlage wenig geändert. In der Politik ist das zwar offenbar angekommen, wie die Spitzengespräche Mitte August gezeigt haben. Doch die Erwartungen in Bezug auf eine schnelle Besserung sind mehr als verhalten. 

Was ist jetzt zu tun? Über Hintergründe, Handlungsoptionen und Perspektiven haben wir mit Jochen Westermann, Westfleisch-Aufsichtsrat und ehrenamtlicher Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, sowie mit Michael Schulze Kalthoff, Vorstand Sparte Schwein, gesprochen.

Jochen Westermann, Aufsichtsratsvorsitzender der Westfleisch SCE

Herr Westermann, Sie waren Mitte August als Verbandsvertreter beim Spitzengespräch mit Minister Rainer dabei. Wie stellt sich die Lage für die Schweinehaltung derzeit dar? 

Jochen Westermann: Auch wenn die Notierungen für Mastschweine und Ferkel zuletzt nach oben zeigten und sich auch in dieser Woche weiter gefestigt haben: Von einer kostendeckenden Schweinehaltung sind wir hierzulande noch sehr weit entfernt. Eine solche Preis- und Kostenentwicklung wie in diesem Jahr kannten wir bisher in diesem Ausmaß noch nicht. Die Produktionskosten sind hoch und sie werden im Zuge des diesjährigen Hitzesommers voraussichtlich weiter steigen.

Gleichzeitig stellen die nach wie vor niedrigen Erzeugerpreisen eine existenzielle Bedrohung dar. Insofern haben die 1,40 Euro pro Kilogramm die Schweinemäster mehr geschmerzt, als die 1,20 Euro im Jahr 2022. Die Marktlage ist also nach wie vor katastrophal, viele Erzeugerinnen und Erzeuger kämpfen. Selbst gut wirtschaftende Betriebe stehen auf der Kippe, die Liquidität ist vielerorts nicht gesichert. Aber Betriebe, die aufgegeben haben, kommen nicht wieder zurück.

Die Schweinehaltung ist in Gänze in ihrer Existenz bedroht. Die Reserven der Betriebe sind aufgebraucht. Der miserablen Erlössituation stehen sehr hohe Produktionskosten gegenüber. Und die dürften weiter steigen. Insofern haben die 1,40 Euro pro Kilogramm die Schweinemäster mehr geschmerzt als die 1,20 Euro im Jahr 2022.
Jochen Westermann

Was kann denn die Politik überhaupt tun? 

Jochen Westermann: Es war gut, dass Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zu einem Runden Tisch geladen hat, und zwar alle an der Kette Beteiligte, die Landwirte, die Schlacht- und Verarbeitungsbranche, aber auch den Handel. Allein dass Minister Rainer unsere Sorgen ernst nimmt und ein Interesse an der Optimierung der Rahmenbedingungen hat, ist ein wichtiger Schritt.

Von seiten der Landwirtschaft und der Verbände haben wir deutlich gemacht, dass die Betriebe jetzt schnelle Hilfen benötigen, vorrangig um die Liquidität zu sichern. Dabei geht es nicht um Eingriffe in den Markt, sie können aus unserer Sicht keine Lösung sein. Liquiditäts- und Investitionshilfen durch die Rentenbank jedoch sind – abgestimmt mit dem Bundesministerium – der richtige Ansatz. Ebenso muss die steuerliche Risikoausgleichsrücklage endlich umgesetzt werden. Das ist schon lange eine zentrale Forderung der Landwirtschaft und auch des DRV, um Krisenzeiten besser abfedern zu können. 

Wie kann es denn weitergehen?

Jochen Westermann: Am Wesentlichen geht es jetzt um die künftige Weichenstellung.

  • Ich sehe in der Agrarexportstrategie von Bundesminister Rainer große Chancen. Diese gilt es, konsequent zu nutzen. Die Marktöffnung nach China und Japan muss höchste Priorität haben. Regionalisierungsabkommen, wie mit den Philippinen, bieten viel Potenzial, mit Südafrika und China sind sie in Vorbereitung. Die Vorzeichen stimmen hoffnungsvoll, auch wenn noch nicht alles in trockenen Tüchern ist. Aber wirksame Lösungen entstehen am besten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
  • Die Branche darf in der aktuell schwierigen Zeit nicht allein gelassen werden. Insofern war es gut, dass auch der LEH in die Pflicht genommen wird. Unsere Forderungen nach 5 x D – also geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und verarbeitet in Deutschland – unterstützt der Minister. Leider sperrt sich die Gastronomie immer noch. Der Druck auf die Verantwortlichen im Außer-Haus-Verzehr mit Bekenntnis zur deutschen Produktion muss weiter hoch bleiben.
  • Der Minister hat außerdem zugesagt, im Rahmen der Haushaltsberatungen mit den zuständigen Berichterstattern des Deutschen Bundestages darüber zu sprechen, welche zusätzlichen Unterstützungsmaßnahmen für den Schweinesektor im Bundeshaushalt ermöglicht werden können. Minister Rainer macht sich in weiteren Terminen mit Schlachtbranche und Handel also auf den Weg. Wir hoffen sehr, dass die vielfältigen Gespräche gute und schnelle Ergebnisse bringen.
  • Wir erwarten von der Bundesregierung eindeutig mehr Tempo bei der Umsetzung unserer Forderungen. Das gilt auch für die Umsetzung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes wie für verlängerte Fristen beim tierwohlgerechten Umbau der Schweinehaltungen. In der jetzigen Lage können die Bauern das nicht stemmen.
Michael Schulze Kalthoff, Vorstand Sparte Schwein

Herr Schulze Kalthoff, warum ist die Schweinehaltung überhaupt in diese Lage geraten? 

Michael Schulze Kalthoff: Das Auf und Ab im Markt kennen die Schweinehalter. Aber für diese jetzt dramatische Entwicklung gibt es mehrere Gründe:

Der ASP-Ausbruch in Spanien hatte gravierende Folgen: Aufgrund der daraus resultierenden Exportbeschränkungen haben die Spanier das Überangebot auf den europäischen Markt gedrückt und den Markt regelrecht geflutet. Noch im 1. Quartal 2026 hat Spanien die Schlachtzahlen um rund 4 % gesteigert und erst spät gegengesteuert, um den Markt wieder zu stabilisieren.

Hinzu kommt die Lage in Dänemark: Die Dänen haben im 1. Quartal 2026 rund 8% mehr Fleisch produziert, was dort zu einem enormen Preisrutsch geführt hat. Der Basispreis von Danish Crown liegt bei nunmehr nur noch 92 Cent, darauf kommen zwar noch Jahresend-Boni, deren Höhe liegt aber noch nicht fest. Auch dadurch ist deutlich günstigeres Fleisch auf den deutschen Markt gekommen, das beispielsweise seinen Weg in die Gastronomie findet.

Aktuell wächst Dänemarks Schweinebestand weiter: Zum 1. Juli 2026 stieg die Gesamtzahl der Tiere um 2,5 % auf 12,19 Mio. Schweine. Entspannung lässt leider hier noch auf sich warten, auch wenn in Dänemark der Sauenbestand erstmals seit längerer Zeit leicht zurückgegangen ist. 

Man muss zudem die globalen Handelsströme betrachten: Brasilien ist deutlich stärker in den Markt in Südostasien eingestiegen und hat dort die Dänen verdrängt, die ihrerseits auf dem europäischen und deutschen Markt absetzen wollen. Damit schließt sich der Kreis – eine Kettenreaktion, warum der deutsche Markt so unter Druck geraten ist.

Warum hat es im Gegensatz zu früher dieses Jahr keinen richtig guten (Früh)Sommer gegeben?

Michael Schulze Kalthoff: Der Preisverfall für Schlachtschweine war in diesem Jahr so groß wie noch nie zuvor. Effekte durch die Fußballweltmeisterschaft hat es auf der Erlösseite nicht gegeben, richtiges Grillwetter bei der großen Hitze auch nicht. Zur Wahrheit gehört aber auch, das der normale LEH diesmal gar nicht der Preistreiber nach unten war, sondern es waren die europäischen Überhänge, die auf den deutschen Markt gedrängt haben.

Nun ist der Preis für Schlachtschweine wieder etwas gestiegen, das sind doch positive Signale für die Bauern.

Michael Schulze Kalthoff: Richtig, der VEZG-Preis für Schlachtschweine ist vor dem 15. August in kurzer Zeit und früher als üblich wieder gestiegen und zwar sehr stark auf derzeit 1,60 Euro pro Kilogramm. 

Das allerdings gibt längst noch keine ausreichende Entlastung für die Betriebe, birgt aber eine sehr große Herausforderung für die Schlachtunternehmen in der Schlacht- und Zerlegestufe. Denn der Absatz läuft ja nicht von heute auf morgen wieder geschmeidig. Die Schlachtunternehmen leiden darunter, dass Spanien mit seinem hohen Integrationsgrad den europäischen Markt geflutet und unsere Absatzkanäle zunehmend verstopft hat. Wir sind also noch mehr als bisher schon auf den deutschen Markt angewiesen und können nicht ausweichen. Das hat den großen Preisdruck verursacht.

Dass die Schlachtunternehmen im Schlepptau von der Preiskrise betroffen sind, macht vielen Sorge, auch den Fachleuten der Beratung bei der Landwirtschaftskammer. Westfleisch hat im Frühjahr noch versucht, den Markt zu stützen – aber das lässt sich nicht beliebig fortführen.

Wie hat Westfleisch denn eingegriffen?

Michael Schulze Kalthoff: Westfleisch versucht – und hat das an vielen Stellen auch geschafft – preisstabilisierend zu wirken.

  • Wir sind sehr spät eingestiegen in das Abwärtskarussel, auch die Schlachtzahlen haben wir lange oben gehalten.
  • Zudem hat Westfleisch Ware ins Gefrierhaus geschafft, obwohl es wirtschaftlich teuer ist.
  • Dann haben wir unseren Basispreis im April hochgesetzt und ihn jetzt erst wieder gesenkt. Wir hatten die Hoffnung, dass andere Unternehmen gleichziehen. Aber das ist nicht passiert – also konnten wir das nach drei Monaten nicht weiterführen.

Wir haben also gegen den Markt versucht, die Preise zu stabilisieren, unsere Betriebe zu stützen und die Rahmenbedingungen zu gestalten. Aber das geht nur bis zu einem gewissen Grad.

Für Westfleisch hat die prekäre Marktlage gravierende Folgen. Zwar arbeiten wir mehr als andere entlang der Wertschöpfungskette. Das hilft, gleicht die Probleme in der Schlacht- und Zerlegestufe aber nicht aus, auch wenn die hohe Wertschöpfung als Stabilisator fürs gesamte Unternehmen wirkt. Fakt ist: Wir rennen den Ergebnissen in diesem Jahr massiv hinterher.

Wie schätzen Sie die Perspektiven für die nächste Zeit ein?

Michael Schulze Kalthoff: Ganz schwer zu beantworten, wohin die Reise geht. Es war absolut ungewöhnlich, dass wir so früh im Jahr mit wieder steigenden Erzeugerpreisen konfrontiert sind. Ein Grund: Die Hitze hat zu einem geringeren Angebot und leichteren Schlachttieren geführt. Außerdem ist die Nachfrage nach Fleisch da, das stimmt positiv.

Klar ist: Je mehr sich die globalen Märkte wieder öffnen für das Schweinefleisch aus Spanien oder Dänemark, umso besser entspannt sich die Lage auch in Deutschland und für die hiesigen Schlachtunternehmen. Wir bleiben aber abhängig von der Marktentwicklung insbesondere in Spanien.

Das, was wir in Deutschland unbedingt brauchen: Was in Deutschland verzehrt wird, muss auch in Deutschland produziert worden sein.
Michael Schulze Kalthoff

Was kann denn die Politik machen, damit die Perspektiven sich verbessern?

Michael Schulze Kalthoff: Minister Rainer – das schätzen wir sehr – zeigt deutlich mehr Verständnis und Bereitschaft, um die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zu verbessern. Er hört zu und versteht die Probleme. Zudem unterstützt er die Forderungen der Schlachtunternehmen, dass wir die gleichen Rahmenbedingungen brauchen wie unsere europäischen Mitbewerber, Stichwort. Arbeitsmigration aus Drittstaaten. 

Auch in Sachen Kennzeichnung brauchen wir gleiche Wettbewerbsbedingungen. Der Außer-Haus-Verzehr muss seine Ware aus Deutschland beziehen, sich zu 5 x D bekennen und sich an der ITW beteiligen. Das wäre ganz wichtig.

Und es gibt weiter großen Handlungsbedarf der Politik in der Nutztierhaltung, um die Sauenhaltung in Deutschland zu halten, beispielsweise Fristanpassungen beim Umbau im Deckzentrum und in der Abferkelung sowie die Förderung für Umbauten in der Ferkelhaltung und für Tierwohl entlang der Kette. Wir erwarten auch von der Politik, dass mehr Fokus auf die Versorgungssicherheit gelegt wird. Das sollte ins Grundgesetz.

Fazit der Gespräche vom Schweinegipfel: Es gibt viel Potenzial, dass die Politik unterstützt, da sind wir sehr zuversichtlich. Auch hoffen wir, dass es gelingt, den Außer-Haus-Verzehr jetzt ins System zu bekommen. Was zudem optimistisch stimmt: Die Nachfrage nach Fleisch ist da, insbesondere die Gen Z hat den Wert des Lebensmittels Fleisch auf dem Schirm. Westfleisch hat beim Wacken Open Air aus erster Hand erfahren können, dass Qualität aus Deutschland, dass die regionale Herkunft ein wichtiges Pfund ist, mit dem wir wuchern können.

Vielen Dank für das Gespräch!

Minister Rainer besucht Westfleisch KI in der amtlichen Fleischuntersuchung

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (4.v.r.) informiert sich über das KI-Projekt zur Unterstützung der amtlichen Fleischuntersuchung am Westfleisch-Standort in Oer-Erkenschwick. Begleitet wurde er von einer Expertendelegation: Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leitung Abteilung 3 "Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit" beim BMLEH (2.v.r.), Bundestagsabgeordneter Lars Ehm (4.v.l.), Dr. Martin Berges, Staatssekretär im Ministerium NRW (5.v.r.), Christina Hinz, stellvertretende Bürgermeisterin Oer-Erkenschwick (r.), Noriko Geiger, Leitung Schlachthofwesen und tierische Nebenprodukte Kreis Recklinghausen (5.v.l), Westfleisch-Vorstandsmitglied Michael Schulze Kalthoff (3.v.r.), Westfleisch-Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Westermann (3.v.l.), Standortleiter Jens-Uwe Heldt (l.) und Dr. Anne Hiller, Leiterin Konzernqualitätsmanagement bei Westfleisch (2.l.).

Hoher Besuch in Oer-Erkenschwick: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat Ende August den Westfleisch-Standort in Oer-Erkenschwick besucht, um sich ein Bild von der dortigen neuartigen KI-gestützten amtlichen Fleischuntersuchung zu machen. Westfleisch gehört mit diesem Innovationsprojekt zu den Vorreitern der Branche und setzt Künstliche Intelligenz in einer Pilotphase bereits als Unterstützung der amtlichen Fleischuntersuchung ein.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen der fachliche Austausch mit den Westfleisch-Verantwortlichen rund um den Aufsichtsratsvorsitzenden Jochen Westermann, Vorstandsmitglied Michael Schulze Kalthoff und Dr. Anne Hiller, Leiterin Konzernqualitätsmanagement sowie ein Rundgang durch den Betrieb. Dabei informierte sich der Minister über die KI-Kameraanlage, die den amtlichen Fleischuntersuchungsprozess unterstützt.

Seit einigen Jahren arbeitet das Konzernqualitätsmanagement an einem Konzept für diesen Bereich. Seit Dezember 2025 erhält das amtliche Untersuchungspersonal im Rahmen der Pilotphase KI-erhobene Vorbefunde. Das Konzept namens „ArtificialVet“ ist eine gemeinsame Entwicklung mit der Firma CIMT AG und dem Veterinäramt des Kreises Recklinghausen. Es ist das erste seiner Art in Deutschland.

Doch wie funktioniert das?
Sechs Kameras fotografieren den geschlossenen Schweineschlachtkörper. Die KI analysiert die Bilder und erkennt Veränderungen an Schwanz und Ohren oder Umfangsvermehrungen. „Was der Mensch erkennt, kann die KI lernen“, erklärt Simon Brehm, Konzernqualitätsmanagement, der federführend für die Umsetzung verantwortlich ist. Allerdings muss sie dafür mit tausenden Beispielbildern trainiert werden. Amtliche Tierärzte geben den „Goldstandard“ vor, an dem sich das System orientiert. So entsteht Schritt für Schritt ein digitales Auge, das künftig die amtliche Untersuchung unterstützen soll.

Ein Projekt mit Signalwirkung
Unser Westfleisch-Standort in Oer-Erkenschwick ist der Pilot-Betrieb für „ArtificialVet”. „Ohne die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Abteilungen vor Ort wären wir nicht so weit gekommen”, stellt Simon Brehm klar heraus. Zudem hat das Projekt nicht nur eine rein technische Komponente: „Die fachliche Abstimmung mit den zuständigen Behörden und der Wissenschaft ist die Voraussetzung dafür ein Instrument zu schaffen, welches die amtliche Fleischuntersuchung unterstützt und modernisiert”, erklärt Dr. Anne Hiller, Leiterin Konzernqualitätsmanagement. Seit April wird das Projekt wissenschaftlich durch die Universität Leipzig im Rahmen einer Doktorarbeit begleitet und validiert.

Ziel sei nicht, den Menschen zu ersetzen, sondern ihn zu entlasten. Die KI soll Vorbefunde liefern, die amtliche Tierärzte und Fachassistenten in der Folge prüfen. Langfristig kann so die Befunderhebung effizienter und standardisierter gestaltet werden.

ASP-Prävention und Marktöffnung weiter im Blick
Neben dem Einsatz von KI standen beim Austausch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer weitere aktuelle Themen der Land- und Fleischwirtschaft im Fokus.  So sprachen die Westfleisch-Verantwortlichen über die Prävention und den Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Westfleisch brachte dabei insbesondere die Anforderungen an die Branche im Falle eines Ausbruchs in einem Hausschweinebestand sowie die Bedeutung einer frühzeitigen Vorbereitung und klarer Abläufe im Ernstfall zur Sprache.

Auch die Perspektiven einer Marktöffnung für deutsche Schweinefleischprodukte in China waren Gesprächsthema. Alle Beteiligten lobten dabei insbesondere die Unterstützung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Beide Parteien betonten, dass die gemeinsamen Anstrengungen für eine Öffnung des chinesischen Marktes weiter vorangetrieben werden sollen.

Jetzt anmelden & dabei sein! Tag der Sau 2026

Unsere Westfleisch-Fachleute freuen sich, Sie auf Haus Düsse begrüßen zu dürfen: (v.l.): Tobias Liesenkötter (Außendienst), Nils Vormann (HF3-Beratung) und Simon Eggelbusch (Bereich Ferkel).

Am 23. September lädt Westfleisch gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NRW zum Tag der Sau nach Haus Düsse ein. Im Mittelpunkt stehen moderne und zukunftsweisende Stallkonzepte sowie der direkte Austausch mit Fachleuten und Berufskollegen.

Die Bau- und Lehrschau auf Haus Düsse bietet die Möglichkeit, verschiedene moderne Stallbaulösungen live zu erleben und Impulse für den eigenen Neu- oder Umbau mitzunehmen. Darüber hinaus informiert Westfleisch über aktuelle Entwicklungen und Chancen in der Vermarktung. Im Anschluss bleibt ausreichend Raum für den persönlichen Erfahrungsaustausch.

Das Programm auf Haus Düsse wird vormittags ab 10 Uhr und nachmittags ab 14 Uhr angeboten. Die Inhalte sind jeweils identisch, sodass Sie den für Sie passenden Termin wählen können.

Jetzt anmelden und dabei sein: Die Anmeldung ist noch bis zum 20. September 2026 möglich.

  • Mittwoch, 23.09.2026 – Haus Düsse in Bad Sassendorf

ASP: Und es bleibt herausfordernd!

Sind Ihre Biosicherheitsmaßnahmen auf dem aktuellen Stand? Westfleisch appelliert nachdrücklich an alle Schweine haltenden Betriebe, den Status Quo zu überprüfen, nicht nachlässig zu werden und sich – wenn nicht schon geschehen – als Compliant-Betrieb aufzustellen. Das sichert im Seuchenfall die Vermarktungsmöglichkeiten.

Denn nicht nur die schlechten Schweinepreise bedrohen die Existenz vieler Schweinebetriebe, sondern nach wie vor tut dies auch die Afrikanische Schweinepest, die seit mehr als einem Jahr große Sorgen macht. Ein Ausbruch in einem Hausschweinebestand wäre fatal und würde die Branche erst recht in Bedrängnis bringen. Die Bekämpfung bleibt herausfordernd.

Wie ist die Lage?
Die ASP ist in Europa derzeit weiter auf dem Vormarsch. In Finnland wurde Mitte Juli der erste ASP-Fall bei einem Wildschwein gemeldet. In der Zwischenzeit sind dort schon 19 Fälle dokumentiert. Etliche ASP-Fälle gibt es im gesamten Baltikum, an erster Stelle in Litauen.

Italien entwickelt sich – und hier vor allem die Toscana – zu einem neuen Hotspot. Mittlerweile sind dort mehr als tausend Wildschweine an der ASP verendet. 

In Polen werden nach wie vor die höchsten Fallzahlen verzeichnet: Zwar gibt es einen Rückgang der ASP-Fälle im Vergleich zum Vorjahr, dennoch liegt ihre Zahl mit bisher 1.403 Fällen im Jahr 2026 sehr hoch. Im Mai war auch ein polnischer Hausschweinebestand mit mehr als 20.000 Tieren von der ASP betroffen.

Auch in Ungarn ist die ASP-Lage alles andere als gut (492 Fälle). Ein ernstes Problem ist die ASP zudem in einigen südosteuropäischen Ländern, und das nicht nur in den Wildschweinpopulationen, sondern auch bei Hausschweinen. Betroffen sind vor allem Serbien, Rumänien und Kroatien. In Serbien stieg die Zahl der gemeldeten ASP-Fälle bei Hausschweinen von 18 Fällen im ersten Halbjahr 2025 auf 132 Fälle im Jahr 2026 deutlich an.

In Deutschland konnte die ASP etwas in Schach gehalten werden. Dennoch liegt die Zahl im ersten Halbjahr 2026 immer noch bei 622 Fällen (ggü. 1.574 ASP-Fällen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), die meisten davon in NRW. 

Für das laufende Jahr erwartet das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) europaweit einen neuen Rekordwert infizierter Wildschweine.

Was Betriebe spätestens jetzt tun sollten
Das ASP-Geschehen in Europa hat eine durchschlagende Wirkung auf die Märkte: So drückt Spanien aufgrund der ASP-Restriktionen mit seinem Überangebot massiv auf den innereuropäischen und insbesondere auch den deutschen Markt. Wichtige Drittlandsmärkte – allen voran China – sind derzeit noch verschlossen. Hoffnung machen die Bemühungen der Politik um Öffnung und die sog. Agrarexportstrategie des Bundeslandwirtschaftsministers.

Doch das Vertrauen der Märkte können wir nur wieder erlangen, wenn sich die ASP-Situation verbessert und nicht weiter verschärft. 

Das Wichtigste, was Betriebe machen können: Halten Sie Ihren eigenen Biosicherheitsplan aktuell – er ist zentraler Baustein der Vorsorge. Wir haben auf unserer Website etliche wichtige Informationen zur ASP hinterlegt – es lohnt, sich diese von Zeit zu Zeit ins Gedächtnis zu rufen und sie auf Umsetzung im Betrieb zu prüfen. Bei der Beratung zur Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen können Mittel der Tierseuchenkasse NRW beantragt werden.

Liegt ein Betrieb im Seuchenfall innerhalb einer Restriktionszone, muss ein Plan zum Schutz vor biologischen Gefahren vorliegen, der zuvor vom jeweiligen Veterinäramt genehmigt worden ist. Sobald alle Anforderungen umgesetzt sind, erhält ein Betrieb den Status Compliant-Betrieb. Dieser Status ist die Voraussetzung, um im Ernstfall Tiere weiter vermarkten zu können. Wie die Vermarktung im Seuchenfall gelingt, hat Westfleisch bereits Ende des vergangenen Jahres zusammen mit anderen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette geprobt. 

Bedrohungslage in NRW ist sehr hoch
In Deutschland ist derzeit vor allem Nordrhein-Westfalen von der Afrikanischen Schweinepest betroffen. In Hessen, das im vergangenen Jahr 1.647 Fälle verzeichnete, hat sich die Lage deutlich entspannt (2026 bisher 36 Fälle). Das Gleiche gilt für die anderen Bundesländer mit ASP-Fällen: Auch in Sachsen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind die Fälle zurückgegangen.

Seit Ausbruch der ASP wurden in NRW 827 Fälle nachgewiesen, davon in diesem Jahr allein 532 (Stand: 17. August 2026). Die Lage bleibt also sehr ernst: Seit Anfang Juni dieses Jahres hat es in den drei betroffenen Kreisen knapp 100 neue Funde von Wildschweinen, Überläufern und Frischlingen gegeben, die an der ASP verendet sind. 

Das Land hat mit der Erweiterung der Sperrzonen I und II sowie mit der Errichtung eines weiteren Schutzzauns in der Sperrzone II reagiert.

Umstellung auf ITW 3: Was kommt auf die Rinderhalter zu? Alle Fragen und Antworten im Überblick:

Grundsätzlich können Tiere aus der Produktionsart 1001, die nach den ITW-3 Kriterien auditiert wurden, vermarktet werden. Dazu zählen beispielsweise Jungmasttiere, ausselektierte Zuchttiere wie Jungbullen, Färsen und Ochsen sowie Zucht- und Deckbullen.

Kühe aus der Milchviehhaltung können über eine QM++-Zertifizierung als ITW-3-Ware vereinnahmt werden. Bei Mutterkühen ist dies nach aktuellem Stand noch nicht möglich. Sie können derzeit ausschließlich als ITW-2-Ware vermarktet werden.

Wenn Tiere in unterschiedlichen Haltungsformen gehalten werden, müssen die entsprechenden Stallbereiche baulich voneinander getrennt sein. Außerdem muss anhand der betrieblichen Aufzeichnungen jederzeit eindeutig und nachvollziehbar dokumentiert sein, welcher Stall welcher Haltungsform zugeordnet ist. Dazu können beispielsweise stallweise geführte Tierbestandsaufzeichnungen, Stallkarten oder ein Lageplan bzw. eine Betriebsskizze dienen. Eine alleinige Trennung durch den Futtertisch reicht hierfür nicht aus.

Bei der Vermarktung muss eindeutig nachvollziehbar sein, aus welchem Stall und damit aus welcher Haltungsform die Tiere stammen. Dafür sind eine Tierkennzeichnung und eine entsprechende Dokumentation auf dem Schlachthof erforderlich.

Durch die Beantragung einer Stall-ID wird die 15-stellige VVVO-Nummer um einen Buchstaben ergänzt. Zusätzlich erhält der Landwirt eine separate GSP-Nummer. Wichtig für die Anlieferung: Auf dem Lieferschein muss immer die zur jeweiligen Haltungsform passende Tiergruppe angegeben bzw. aufgeladen werden.

Ab dem 1. Januar 2027 gilt eine wichtige neue Vorgabe: Alle Tiere müssen mindestens die letzten acht Monate vor der Schlachtung durchgängig in einem für ITW 3 lieferberechtigten Stall gehalten worden sein. Diese Vorgabe gilt auch für zugekaufte Tiere. Das bedeutet: Wer seine Tiere unter ITW 3 vermarkten möchte, sollte frühzeitig prüfen, ob die entsprechenden Ställe die Voraussetzungen erfüllen.

Für alle Tiergruppen müssen spätestens ab dem 1. Juli 2027 Scheuermöglichkeiten zur Verfügung stehen. Diese müssen den Tieren ein arttypisches Scheuern ermöglichen – beispielsweise an den Körperseiten wie Kopf, Hals, Rumpf und Flanken sowie an Rücken und Kopf.

Dabei kommt es auch auf die ausreichende Größe an: Bei vertikal angebrachten Scheuermöglichkeiten muss der Scheuerbereich mindestens 90 cm lang und 30 cm breit sein.

Ab dem 1. Januar 2028 werden nur noch Spaceboards mit einem Schlitzanteil von mindestens 12 Prozent akzeptiert. Für die Umsetzung kann eine Übergangsfrist von bis zu einem Jahr vereinbart werden.

Als Grundlage werden die Wandflächen beider Längsseiten des Stalls herangezogen. Diese müssen zu mindestens 30 Prozent mit Spaceboards ausgestattet sein. Die Spaceboards können dabei frei über die jeweilige Längsseite verteilt werden. Reicht die Fläche an den Längsseiten nicht aus, können zusätzlich Spaceboards an der Giebelseite berücksichtigt werden.

Die erforderliche offene Fläche kann sich über alle senkrechten Wandflächen des Stalls verteilen. Sie kann beispielsweise auch ausschließlich an einer Längsseite liegen. Entscheidend ist, dass insgesamt 25 Prozent der senkrechten Wandflächen geöffnet sind. Die Art der Berechnung des Anteils der offenen Fläche ist neu und muss entsprechend der Vorgaben berücksichtigt werden. Daher sollte insbesondere bei bestehenden Offenfrontställen geprüft werden, ob die offene Fläche nach der neuen Berechnungsmethode weiterhin den Anforderungen entspricht.


Gut vorbereitet in ITW 3 – Sprechen Sie uns gerne an!

Viele Anforderungen lassen sich bereits heute prüfen und vorbereiten. Wer frühzeitig seine Stallbereiche, Dokumentation, Kennzeichnung und Fütterung unter die Lupe nimmt, kann notwendige Anpassungen rechtzeitig angehen. Sollten Sie noch weitere offenen Fragen haben, kontaktieren Sie gerne unser Kompetenzteam.

Melden Sie sich bei Ihrem Ansprechpartner vom HF3 Kompetenzteam Rind: (v.l.) Andre Lamers (Außendienst Team Großvieh Lübbecke), Hubertus Surmann (Teamleiter Einkauf Großvieh), Christoph Speckmann (stellvertretender Teamleiter Einkauf Großvieh), Henrik Harmeyer (Außendienst Team Großvieh Lübbecke) und Christian Hennig (Außendienst Kälber/ Fresser Nienberge).

W.i.P. Fokus Rind: Volle Säle und viel Praxiswissen

Zwei Termine, viele Gespräche und jede Menge Praxiswissen: Die W.i.P. Veranstaltungen „Fokus Rind” in Haselünne und Halen sind auf großes Interesse gestoßen. Zahlreiche Rinderhalter nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und mit Experten und Berufskollegen ins Gespräch zu kommen.

Teilten ihr Praxiswissen (v.r.): Deike Harms (Direktorin Landwirtschaft, Westfleisch), Hubert Aupke (Architekt und Stallbau-Experte), Martin Grabow (Key-Account, Schaumann), Matthias Overhoff (Landwirt aus Lingen), Christopher Rengstorf (Spartenleiter Rind, Westfleisch) und Christoph Speckmann (HF-3-Experte Rind, Westfleisch).

110 interessierte Landwirtinnen und Landwirte folgten der Einladung zur Fokus Rind Veranstaltung in Haselünne. Einen Tag später waren es 80 weitere Rinderhalter im niedersächsischen Halen.

In Haselünne waren 110 Teilnehmer dabei. Auf der Agenda standen unter anderem die Mastrinderfütterung, die aktuelle Entwicklung am Rindermarkt sowie die praktische Umsetzung der Haltungsform 3.

Martin Grabow von Schaumann zeigte, worauf es bei der Fütterung in der Praxis ankommt. Christopher Rengstorf, COO Rind bei Westfleisch, gab einen Ausblick auf die Entwicklung des Rindermarktes. Wie der Weg zur Haltungsform 3 vom ersten Plan bis zum fertigen Stall aussehen kann, erläuterten HF3-Landwirt Matthias Overhoff und Architekt Hubert Aupke.

Zum Abschluss ging es um die Perspektive des Lebendvieheinkaufs: Deike Harms und Christoph Speckmann berichteten über die Umsetzung von HF3 im Tagesgeschäft, die Zusammenarbeit mit den Betrieben und die damit verbundenen Herausforderungen.

Auch in Halen stand der direkte Austausch im Mittelpunkt. Die 80 Teilnehmer diskutierten über die Weiterentwicklung der Haltungsformen und ihre praktische Umsetzung, über Vermarktungsmöglichkeiten sowie über Fragen rund um Handel und Stallbau. Fachvorträge und Erfahrungsberichte lieferten dabei konkrete Impulse für den eigenen Betrieb.

Damit haben die beiden Veranstaltungen einmal mehr gezeigt: Der Informationsbedarf rund um die Zukunft der Rinderhaltung ist groß – und der persönliche Austausch bleibt dabei besonders wichtig. Westfleisch bringt mit den „Fokus Rind”-Terminen aktuelle Themen direkt in die Regionen und schafft Raum für Fragen, Diskussionen und gemeinsame Lösungsansätze.

Weiterentwicklung ITW: Neue Anforderungen an die Nämlichkeit

Die Initiative Tierwohl (ITW) geht einen wichtigen Schritt in Richtung einer durchgängigen Herkunft aus Deutschland. Künftig soll die ITW-Vermarktung auf einer geschlossenen Nämlichkeitskette basieren. Das bedeutet: ITW-Mastschweine müssen durchgängig aus einer entsprechenden ITW-Kette stammen – von der Geburt über die Aufzucht und Mast bis zur Vermarktung.

Für die Betriebe entlang der Wertschöpfungskette bringt diese Weiterentwicklung Veränderungen mit sich. Der Übergang zur neuen Systematik erfolgt schrittweise. Westfleisch unterstützt und begleitet seine landwirtschaftlichen Partner bei der notwendigen frühzeitigen Planung und Ausrichtung der Betriebe.

Für die zukünftige Vermarktung ist es entscheidend, dass Ferkelerzeugung, Ferkelaufzucht und Schweinemast innerhalb der ITW enger aufeinander abgestimmt werden. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Klarheit über die betriebliche Ausrichtung zu schaffen. 

Die kommenden Monate bieten damit die Möglichkeit, die notwendigen Weichen für die weitere Teilnahme an der ITW zu stellen und die entsprechenden Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette aufzubauen.

4.000 Besucher beim Tag des offenen Hofes der Familie Lüning

Wie moderne Bullenmast, Tierwohl und Technik zusammenpassen, konnten rund 4.000 Besucher am 16. August beim „Tag des offenen Hofes” der Familie Lüning in Dortmund erleben. Die Familie stellte ihren neuen Bullenmaststall vor und gab Einblicke in die Entwicklung des Betriebs. Auch Westfleisch war als Partner mit einem eigenen Stand vor Ort.

Gemeinsam für die moderne Bullenmast (v.l.): Anna Siekerkotte (Rasting), Henrik Harmeyer, Hubertus Surmann, Thomas Plastrotmann (alle Westfleisch) und die Familie Lüning.

Neustart mit Bullenmast
Mit dem neuen Stall setzt Familie Lüning auf mehr Tierwohl, moderne Technik und eine gezielte Kontrolle der Tierentwicklung. Täglich werden rund 2,7 Kilogramm Stroh je Tier eingestreut. Über den Mistgang können die wichtigsten Arbeiten mit möglichst wenig direktem Tierkontakt erledigt werden.

Benedikt Lüning wiegt monatlich ausgewählte Bullen, um Zunahmen und Fütterung zu kontrollieren. Die ersten Vormasttiere erreichten bereits rund 1.900 Gramm Bruttozunahmen pro Tier und Tag. Gefüttert werden Mais- und Grassilage, Kraft- und Mineralfutter sowie weitere bedarfsgerecht eingesetzte Komponenten. Die Vermarktung erfolgt nach Haltungsform 3.

Wir sind Ihr Partner: Sie erzeugen, wir vermarkten.
Mit dem neuen Bullenstall setzt Familie Lüning auf die Erzeugung hochwertiger Rindfleischprodukte. Westfleisch begleitet den Betrieb dabei als Vermarktungspartner: Die Jungtiere für die Bullenmast stammen aus dem Westfleisch-Netzwerk, die fertigen Schlachtbullen sollen später ebenfalls über Westfleisch vermarktet werden.

Damit verbinden sich kurze Wege und die Arbeit auf dem Hof mit einer verlässlichen Vermarktung. Beim „Tag des offenen Hofes“ waren wir mit einem eigenen Stand vor Ort und nutzten die Gelegenheit, mit den Besuchern und insbesondere mit den landwirtschaftlichen Partnern ins Gespräch zu kommen.

Für die Zukunft gerüstet
Auch bei der Planung des neuen Stallbereichs wurde an die weitere Entwicklung gedacht: Misthalle, Futterküche und Fahrsiloanlage sind bereits auf Erweiterungen ausgelegt. Damit bleibt ein weiterer Bullenstall eine mögliche Perspektive für den Betrieb.

Wacken Open Air 2026 Unser Fleisch verbindet Metal mit Landwirtschaft

Was haben Landwirtschaft, Fleisch und Heavy Metal gemeinsam? Beim diesjährigen Wacken Open Air konnten wir zeigen: Jede Menge. Vom 26. Juli bis 1. August waren wir erstmals mit einem eigenen Stand auf dem Farmers Market des Festivals vertreten. Mittendrin: Westfleisch-Mitarbeitende, darunter 16 Azubis aller Standorte, die eine Woche unser Fleisch sowie unser Handwerk mitten ins Festivalgeschehen brachten und gleichzeitig über Herkunft der Produkte aufklärten. 

Auf 45 m² wurde frisches Fleisch verkauft, täglich live gegrillt und vor allem der direkte Dialog mit den Festivalbesuchern gesucht. Rund 85.000 Besucher waren beim Wacken Open Air dabei. Viele von ihnen interessierten sich nicht nur für Geschmack und Qualität, sondern ganz konkret für die Herkunft des Fleisches und die Menschen, die dahinterstehen.

    Was steckt hinter unserem Fleisch?
    Genau hier setzte unser Auftritt an: Wir wollten zeigen, dass hinter einem Stück Fleisch mehr steckt als das Produkt im Kühlregal: Wo kommen die Tiere her? Wer sind die Landwirte? Wo wird das Fleisch produziert? Und wie kommt es vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Verbraucher?

    Diese Fragen wurden am Stand des Öfteren gestellt. Für uns war das eine wichtige Gelegenheit, über Landwirtschaft, Herkunft und Qualität zu sprechen. Damit auch über die tägliche Arbeit unserer Vertragslandwirte. Denn die Qualität unserer Produkte beginnt auf den landwirtschaftlichen Betrieben. Mit dem Wacken-Auftritt wollten wir diese Verbindung zum Verbraucher sichtbar und erlebbar machen.

    Direkter Austausch mit Verbrauchern
    Besonders wertvoll war deshalb der direkte Dialog. Neben dem Verkauf und den täglichen Grillaktionen gab es Interviews unter anderem mit dem Bauernverband Schleswig-Holstein, top agrar und dem Bauernblatt Schleswig-Holstein. Auch Vertragslandwirte besuchten den Stand und brachten ihre Perspektive direkt ins Festivalgeschehen ein.

    Ein besonderes Highlight war zudem der Barbecue Talk mit unserem Vorstandsvorsitzenden Dr. Wilhelm Uffelmann. Direkt am Stand ging es um Fleisch, Landwirtschaft und die Frage, was Verbraucher heute über ihre Lebensmittel wissen möchten.

    Wenn Verbraucher genauer hinschauen
    Das Interesse der Festivalbesucher an der Herkunft der Produkte war groß. Viele wollten wissen, ob das Fleisch aus Deutschland kommt und wer für diese hohe Qualität verantwortlich ist. Gleichzeitig überzeugten unsere Produkte im direkten Kontakt: Besonders gefragt waren Schweinenackensteaks, Bratwurst und Black-Angus-Burger.

    Das zeigt: Verbraucher interessieren sich für beides – für ein hochwertiges Produkt auf dem Teller und für die Geschichte dahinter. Genau hier liegt auch eine wichtige Chance für die Landwirtschaft: Wer Herkunft und Produktion verständlich erklären kann, schafft Vertrauen.

    16 Azubis erleben die Landwirtschaft aus Verbrauchersicht
    Auch für unsere 16 Top-Azubis war Wacken eine besondere Erfahrung. Eine Woche lang standen sie direkt am Produkt und im Austausch mit den Verbrauchern. Sie erlebten aus erster Hand, welche Fragen die Menschen zu Fleisch, Landwirtschaft und Herkunft haben. So konnten sie zugleich vermitteln, wie viel Arbeit und Know-how hinter unseren Produkten steckt.

    Unser Team für Wacken: Projektleiter Kim-Ole Holm (hinten Mitte) gemeinsam mit den 16 Heavy-Metal-Azubis, die eine Woche lang große Arbeit auf unserem Farmers-Market-Stand geleistet haben. 

    Reichweite über Wacken hinaus
    Der Auftritt erreichte auch online ein großes Publikum. Gemeinsam mit eigenem Content und Kooperationen mit dem Bauernblatt Schleswig-Holstein und top agrar wurden allein auf Instagram insgesamt mehr als 700.000 Views erzielt.
    Damit wurde nicht nur Westfleisch sichtbar, sondern auch ein Thema, das uns alle betrifft: Woher kommt unser Fleisch und wer steht dahinter?

    Ein erster Schritt
    Unser erster Auftritt beim Wacken Open Air wird derzeit ausgewertet. Welche Erkenntnisse wir daraus für die Zukunft mitnehmen, wird in den kommenden Wochen besprochen. Schon jetzt zeigt sich aber: Der direkte Kontakt mit Verbrauchern lohnt sich. Wenn Menschen Fragen zur Herkunft ihres Fleisches haben, sollten wir ihnen Antworten geben können – und dabei auch die Leistungen unserer Landwirte sichtbar machen.

    Ein herzliches Dankeschön an alle Vertragslandwirte, Kolleginnen und Kollegen sowie unsere 16 Azubis, die diesen besonderen Auftritt möglich gemacht haben.

    Was ist eigentlich … … die EmpCo-Richtlinie – und welche Veränderungen bringt sie?

    Ab dem 1. September 2026 gilt die EmpCo-Richtlinie. Dahinter verbirgt sich eine neue EU-Vorgabe („Empowering Consumers”), die Verbraucher besser vor irreführenden Werbeaussagen schützen soll. Ziel ist es, Angaben zu Tierhaltung und Nachhaltigkeit transparenter und einheitlicher zu gestalten.

    Für Sie als Landwirt wirkt sich die Richtlinie vor allem auf die Vermarktung von Tieren in höheren Haltungsformen aus. Deshalb hat die Initiative Tierwohl (ITW) ihre Programme weiterentwickelt und neue Programme für die Haltungsformen 3 und 4 eingeführt. Sie erfüllen die Anforderungen der EmpCo-Richtlinie und schaffen die Grundlage für eine einheitliche Haltungskennzeichnung im Lebensmitteleinzelhandel.

    Wer Tiere in den höheren Haltungsformen vermarkten möchte, sollte sich frühzeitig mit den neuen ITW-Programmen und den jeweiligen Anforderungen auseinandersetzen. Westfleisch begleitet Sie dabei und unterstützt Sie bei der Umstellung.

    Was jetzt zu tun ist 

    • Prüfen Sie Ihren Betriebsstatus: Welche Haltungsform und welches ITW-Programm treffen auf Ihren Betrieb zu?
    • Informieren Sie sich über die neuen ITW-Programme: Für Haltungsform 3 und 4 gelten angepasste Anforderungen.
    • Sprechen Sie Ihren Westfleisch-Ansprechpartner an: So klären Sie frühzeitig, welche Schritte für Ihren Betrieb notwendig sind.

    Aus dem Maschinenraum der Branchenkommunikation: Botschaften kommen an: Die Initiative Fleisch im Gespräch

    Seit über einem Jahr trägt die Initiative Fleisch mit „Iss was dir schmeckt“ ihre Botschaft nach außen. Inzwischen wird nicht nur über die Kampagne gesprochen, sondern auch mit der Initiative. Journalistinnen und Journalisten suchen den direkten Austausch. Auch zu kontroversen Fragen rund um Fleisch und Ernährung. Das zeigt: Die Perspektive der Initiative Fleisch wird gehört.

    In den vergangenen Wochen gab es Gespräche und Anfragen unter anderem von taz, ZEIT und dpa. Auch kritische Einordnungen der Kampagne durch Slow Food und die Berichterstattung des Deutschlandfunks wurden aufgegriffen. Im Austausch mit den Medien konnte die Initiative Fleisch ihre Position erläutern und zentrale Botschaften einbringen. Ein daraus entstandener Bericht wurde inzwischen von zahlreichen weiteren Medien aufgegriffen.

    Im Mittelpunkt des Artikels steht Fleisch nicht als grundsätzliches Problem, sondern als Frage von Qualität und bewussten Kaufentscheidungen. Der Bericht zeigt: Fleisch und Genuss können zusammengehören und Verbraucherinnen und Verbraucher setzen sich zunehmend bewusst damit auseinander, was und wie sie einkaufen. Damit greift die Berichterstattung zentrale Aspekte der Kommunikationslinie „Iss was dir schmeckt“ auf: Genuss und bewusste Entscheidungen gehören zusammen.

    Kritik und unterschiedliche Sichtweisen auf Fleisch und Ernährung gehören für die Initiative Fleisch zu einem offenen Dialog dazu. Auch unbequeme Fragen werden aufgegriffen, um zu erklären, wofür die Initiative Fleisch und „Iss was dir schmeckt“ stehen: für Genuss, bewusste Entscheidungen und einen offenen Dialog ohne moralischen Druck.

    Die Initiative Fleisch setzt damit ihren Austausch mit Medien und Öffentlichkeit fort. Ziel ist es, die eigene Perspektive in die Debatte einzubringen und für einen offenen, faktenbasierten Umgang mit unterschiedlichen Ernährungsentscheidungen zu werben.

    Messen & Veranstaltungen Westfleisch ist dabei!

    • 23.09.2026 Tag der Sau, Haus Düsse

    • 17.10.–21.10.2026 Sial, Paris

    • 10.11.–13.11.2026 EuroTier, Hannover

    Zwei Menschen reichen sich die Hand, man sieht aber nur die Arme. In der unteren Bildmitte ist das Siegel für die Tierhaltungsform 3 zu sehen.
    HF-3 Mäster gesucht
    Nicht lange fackeln!
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